Tagesmütter planen neue Pflegestellen

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Von links: Aleksandra Schuckardt, Yvonne Helle und Janine Dixkens qualifizieren sich derzeit als Tagesmütter.

Altena - Drei Frauen werden sich bis Juli voraussichtlich nicht nur als weitere Tagesmütter für die Stadt Altena qualifizieren, sondern sie planen bereits ein Projekt, das es so vor Ort noch nicht gibt: die Großtagespflegestelle für Kinder.

Zwei davon soll es künftig geben – passende Räume gibt es bislang aber nur für eine der Stellen. Die 27-jährige Yvonne Helle, Erzieherin aus Iserlohn, und die Altenaerin Janine Dixkens, 27 Jahre, kennen sich bereits seit ihrer Kindheit.

„Wir sind sogar am selben Tag geboren worden“, sagte Dixkens. Sie ist Sozialhelferin und angehende Erzieherin. „Wir wollten uns schon immer gemeinsam selbstständig machen und kamen irgendwann auf die Kindertagespflege.“ 

Das Umfeld soll häuslich sein

Auch wenn der Begriff der Großtagespflegestelle etwas anderes erwarten lässt – tatsächlich handelt es sich dabei um eine kleinere, familiennahe Form der Betreuung. „Erlaubt sind maximal drei Tagesmütter und neun Kinder“, weiß Sarah Lustinez, Fachberaterin des Awo-Kindertagespflegebüros in Altena. 

Darüber hinaus handelt es sich um keine Einrichtung – die Tagespflege findet in einer Wohnung statt, die ein häusliches Umfeld vermitteln soll. „In einer Kita ist alles viel größer, die Tagespflege hingegen behüteter“, sagte Helle. So könne man besser auf die Kinder eingehen. 

„Es gibt in Altena definitiv einen Bedarf, der auch weiter steigt“, betonte Fachberaterin Lustinez. Dass – aller Voraussicht nach bis zum Spätsommer – die erste Großtagespflegestelle eröffnet werden soll, sei eine Bereicherung. Die dafür notwendigen Kurse und Zertifizierung sind ein Angebot der Volkshochschule Lennetal. Die Qualifizierung geschieht in Kooperation mit Jugendämtern, darunter Altena, sowie einigen Awo-Kindertagespflegebüros. 

Landesmittel zur Realisierung

Obwohl es sich um eine selbstständige Tätigkeit der Tagesmütter handelt, ist die Zusammenarbeit mit den Stellen und Ämtern eng. Zum einen werden die Kinder im Alter ab vier Monaten vermittelt und zum anderen unterstützt das Jugendamt die Planungen tatkräftig. 

„Es können auch Landesmittel beantragt werden“, sagte Agnes Goniwiecha, Jugendamtsleiterin aus Altena. Durch diese werden Anschaffungen zur Inneneinrichtung ebenso wie für Renovierungen mitfinanziert. 

Die angehenden Tagesmütter Helle und Dixkens hätten zwar bereits eine passende Wohnung, allerdings wollten sie den Standort noch nicht weiter benennen, ehe alle Förderanträge durch sind. 

So weit ist die Dritte im Bunde mit den Vorbereitungen noch nicht: Die 28-jährige Aleksandra Schuckardt ist Erzieherin und qualifiziert sich derzeit ebenfalls als Tagesmutter. Auch sie möchte eine Großtagespflegestelle in Altena eröffnen. 

Gemeinsam mit einer befreundeten Tagesmutter ist sie aber bereits seit Monaten vergeblich auf Wohnungssuche. Das größte Hindernis: die Mietpreise. 

Wohnungssuche: „Wir freuen uns über Tipps“

„Die Wohnungen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen“, betonte Marion Battista, Koordinatorin der Awo-Kindertagespflege, Unterbezirk Hagen/Märkischer Kreis. Sie sollten im Erdgeschoss liegen, etwa 80 Quadratmeter groß sein und zwei bis drei Zimmer haben. 

Außerdem dürfte eine Wochnung nicht mehr als etwa 600 Euro warm im Monat kosten. Sonst rentiere sich die Investition für die Tagesmütter nicht. „Wir freuen uns sehr über Vorschläge und Tipps von Altenaern, die vielleicht etwas Passendes kennen“, sagte Battista. 

Die ehemalige Kita Nettenscheid sowie der Pavillon in Evingsen seien zwar interessante Objekte – „allerdings ist die Miete viel zu hoch“, sagte Schuckardt. Diese liege zumindest für die Kita bei etwa 1800 Euro.

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