Aus für den Kindergarten auf dem Nettenscheid

ALTENA ▪ Gegen die Stimmen von Rita Rüth (Grüne) und Ulrich Biroth (soziale und demokratische Alternative) hat der Jugendhilfeausschuss am Donnerstag einen neuen Kindergartenbedarfsplan beschlossen und damit zum Entsetzen der anwesenden Eltern auch das Aus des Kindergartens Nettenscheid spätestens zum Kindergartenjahr 2016/2017 besiegelt.

Ein Verplapperer des Ausschussvorsitzenden Uwe Kober zeigte allerdings, dass das nicht das Ende jeglicher Betreuung in diesem Stadtteil bedeuten muss. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung ging es nämlich darum, Tagesmüttern die Nutzung der frei werdenden Räume zu ermöglichen.

„Ich finde es schlimm, dass wir damit zum ersten Mal einen ganzen Stadtteil von der Kindergartenversorgung abschneiden“, sagte Biroth – er hätte sich andere Lösungen gewünscht. „Ich dachte, wir versuchen ‘mal was anderes als nur den Blick auf die Zahlen,“ war Rita Rüth enttäuscht.

Allerdings: Bei der Kindergartenbedarfsplanung führt an der an der Analyse statistischer Daten kein Weg vorbei – und die sprechen eine deutliche Sprache. Die Zahl der Kindergartenplätze soll von jetzt noch 396 auf 318 gekürzt werden. „Und das reicht eigentlich noch immer nicht“, warnte Wolfgang Friess, der zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus. 318 Plätze im Jahr 2016 seien 40 zu viel, an der Schließung weiterer Gruppen oder ganzer Einrichtungen führe kein Weg vorbei.

„Uns verarmen die Träger“ – mit diesen Worten warnte Friess vor Versuchen, den Mangel dauerhaft auf die dann noch bestehenden zehn Kindergärten zu verteilen. Vier Plätze wären dann in jeder Einrichtung unbelegt, das bedeute jährliche Mindereinnahmen von bis zu 30 000 Euro pro Kindergarten. Das könnten sich weder die Kirchen noch Johanniter und die Awo als Inhaber der Altenaer Kindergärten leisten. Mögliche Folge wären „unkontrollierte Schließungen“. ▪ ben.-

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