365 Tage im Jahr für die Kunden ansprechbar

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Martina Schulz zieht sich als Bahnhofsbuchhändlerin aus Altena zurück.

ALTENA - Für sie war es ein echter „Knochenjob“. – „Aber“, so fügt die 51-jährige gleich lächelnd an, „es hat mir immer Spaß gemacht.“

Jetzt zieht Martina Schulz dennoch die „Notbremse“, gibt die Führung der Bahnhofsbuchhandlung an der Bahnhofstraße 26 aus der Hand. „Nach vielen Jahren als Chefin eines vierköpfigen Teams und zuvor als Mitarbeiterin „sind mir 220 bis 250 Arbeitsstunden pro Monat einfach zu viel. Ich werde einen anderen Beruf ergreifen.“

Den Kontakt zu den Menschen möchte die Altenaerin dennoch in all den langen Jahren nicht missen. „Es haben sich so viele Freundschaften ergeben und eröffnet. Die Gespräche werde ich schon vermissen.“

Zum Konzept einer Bahnhofsbuchhandlung gehöre es, an „365 Tagen im Jahr geöffnet zu haben“. Dabei geht das Reglement schon so weit, „dass mir feste Kernzeiten vorgeschrieben werden.“ Täglich ist Schulz und Team zurzeit von 5.30 bis 20 Uhr am Abend vor Ort, samstags von 7 bis 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen „stets von 8 Uhr bis 15 Uhr. Egal, ob Ostern, Weihnachten, Pfingsten oder gesetzlicher Feiertag.“

Im Angebot hat die Geschäftsfrau, die noch bis zum Monatsende als Chefin fungiert, „die deutsche und internationale Presse“. Gemeint sind zum Beispiel französische, englische oder auch türkische Gazetten, Wochenzeitungen und Publikationen. Daneben verkauft sie Bücher – ob gebunden oder broschiert und Kaffee und Brötchen sowie Süßwaren und Tabak. „Eben alles, was ein Bahnreisender auf die Schnelle mitnehmen will, kann und sollte“, sagt Martina Schulz.

Man könnte von einer Bahnhofsbuchhandlung, die Land auf und ab leider im Aussterben begriffen sei, schon leben. „Aber“, und da schiebt sich die Frau die Lesebrille energisch Richtung Nase zurück, „es ist wirklich viel Arbeit.“

Geschlossen wird diese „Institution“ am Bahnhof Altena nicht. „Ich habe eine Nachfolgerin, eine Angestellte. Die wird übernehmen.“ Wann genau, steht noch nicht fest: „Ich bin jedenfalls bis zum Monatsende da – der Übergang ist fließend.“

von Johannes Bonenkoh

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