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Großes Interesse an dem Neubau an der Bismarckstraße

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Tag der offenen Tür Kreisarchiv Altena
Gerne angenommen wurden die informativen Führungen durch die Archivräume. © Goor-Schotten

Staubtrocken, dunkel, verschlossen? Mit mehr als einem Klischee konnte am Sonntag das Team des Kreisarchivs aufräumen. Offen, hell und – bei den steigenden Temperaturen besonders vorteilhaft – angenehm temperiert präsentierte sich der Neubau an der Bismarckstraße seinen Besuchern. Und die kamen zahlreich.

Schon vor dem offiziellen Start um 11 Uhr füllte sich das Foyer, so dass Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper aus Platzgründen die Gäste im Freien begrüßte. „Eine neue Heimat für altes Papier“ habe man hier geschaffen, meinte sie. Und auch das wolle sich wohlfühlen, leitete sie über zu Besonderheiten und Anforderungen eines Archivbaus wie klimatisierte Magazinräume oder den teilweisen Verzicht auf Fenster. Mit zehn Metern Aktenbestand habe man angefangen, erinnerte die Kreisdirektorin an den Start. Daraus seien 3500 Meter geworden, die bisher an verschiedenen Standorten untergebracht waren und jetzt zusammen mit Fotos, Postkarten. Landkarten und Büchern im Neubau zusammengeführt werden.

Unterhaltsam und informativ

Wie, davon konnten sich die Besucher selbst ein Bild machen. Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski, Archivarin Franziska Müller und Bibliothekar Heye Bookmeyer hatten ein Programm mit Unterhaltung und Informationen zusammengestellt. Schon die erste Führung stieß auf sehr großes Interesse. Viele Fragen musste Bookmeyer beantworten, der unter anderem auch einen Blick auf besonders wertvolle, jahrhundertealte Schriften aus der Landeskundlichen Bibliothek ermöglichte – ein kurzer Blick, bevor es in der auf 17 Grad eingestellten Klimakammer zu warm wurde.

Mehrfach gesichert

Ihre Kühlung hinter sich haben die Akten aus dem Katasteramt, die, in der Rahmede gelagert, vom Hochwasser im vergangenen Jahr betroffen waren. Gefriergetrocknet und gesäubert sind sie zum Teil bereits in die neuen Regale eingeräumt. „Sie sehen nicht mehr so gut aus, aber der Inhalt zählt“, erläuterte Bookmeyer. Wie sind Akten überhaupt gesichert, fragte ein Besucher nach. Für eine Zweitsicherung setzt das Archiv auf den haltbaren Mikrofilm – „der lässt sich auch ohne Computer lesen“, so Bookmeyer. Wenn es brennt, muss den Räumen der Sauerstoff entzogen werden. „Mit Wasser können wir hier nicht löschen“, lautete die Auskunft auf eine andere Frage.

Noch ist Platz in den Regalen

Etliche Regale müssen noch gefüllt werden. Der Aktenbestand aus Lüdenscheid wird jetzt als nächstes nach Altena kommen. Auch danach wird noch Lagerkapazität sein. Auf gut zehn Jahre ist der Zuwachs im Kreisarchiv angelegt.

Was und wie dort jeder nachforschen kann, erklärte Franziska Müller den Besuchern, die nach den vielen Informationen gerne auch das Rahmenprogramm in Anspruch nahmen – sei es auf der Terrasse beim Schreiben mit Tusche und Feder, Papierschöpfen oder im Schatten bei Bratwurst und kühlen Getränken mit „Evas Apfel“, die musikalisch an die Zwanziger erinnerten.

 

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