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Tag der offenen Tür im Kreisarchiv: Das Programm steht

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Von: Markus Wilczek

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Zum Neubau gehören auch zwei separate Klimakammern. In der ersten Klimakammer lagern die ältesten Bücher mit Leder- oder Pergamenteinbänden.
Zum Neubau gehören auch zwei separate Klimakammern. In der ersten Klimakammer lagern die ältesten Bücher mit Leder- oder Pergamenteinbänden. © Heyn/Märkischer Kreis

Mit einem großen Tag der offenen Tür feiert der Märkische Kreis die Fertigstellung des neuen Kreisarchivs in Altena an der Bismarckstraße 21. Nachdem die Bauarbeiten seit einigen Tagen abgeschlossen sind, steht jetzt auch das Programm für das Event am Sonntag, 21. August.

Der Tag der offenen Tür findet von 10 bis 18 Uhr statt. Die Besucher dürfen sich ab 11 Uhr auf Mitmachaktionen freuen, die der Märkische Kreis kostenfrei anbietet. Zuvor wird Landrat Marco Voge (CDU) die offizielle Einweihung vornehmen. Interessierte können anschließend selbst Papier schöpfen, sich in einer mittelalterlichen Schreibstube mit Tusche und Feder versuchen oder mit Archivalien Memory spielen und so ihr Gedächtnis trainieren. Führungen durch die modernen Archiv- und Bibliotheksmagazine werden ebenfalls angeboten.

Ein Buchantiquar schätzt den Wert von Büchern, die Besucher zur Begutachtung mitbringen. Zusätzlich stellt der Fachdienst BAföG und sonstige soziale Hilfen, in dem auch Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) bearbeitet werden, in Kurzvorträgen seine Aufgaben und Angebote vor. Dieser Fachdienst ist im Obergeschoss des Neubaus untergebracht.

LIvemusik mit „Eva‘s Apfel“

Livemusik gibt es an diesem Tag von der mobilen Band „Eva´s Apfel“ – Musikerinnen, die am Kreisarchiv mit Showeinlagen in das Jahrzehnt der Goldenen Zwanziger entführen wollen. Für Verpflegung wird ebenfalls gesorgt. Eine Anmeldung zur Teilnahme am Tag der offenen Tür ist nicht erforderlich.

Kreis lagert Dokumente vom 14. bis 20. Jahrhundert ein

„Mit dem Gebäude ist für uns ein Traum wahr geworden. Von der technischen Ausstattung bis zu den notwendigen, modernen Räumen, die wir für unsere Arbeit benötigen, sind wir rundum zufrieden“, sagt Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski, die mit ihrem Team seit einigen Tagen in dem Neubau sitzt. Mittlerweile sind auch die Regale eingeräumt, die Büros bezogen und die Archivräume bestückt. Im Kreisarchiv an der Bismarckstraße lagert der Märkische Kreis Dokumente vom 14. bis 20. Jahrhundert und setzt dafür modernste Technik ein.

Herzkammer des Kreisarchivs sind die unteren drei Etagen. „Hier befinden sich in den Magazinen zwei separate Klimakammern. Das ist eine Besonderheit des Neubaus. In der ersten Klimakammer lagern unsere ältesten Bücher mit Leder- oder Pergamenteinbänden – konstant gekühlt bei 16 Grad“, erzählt Dr. Christiane Todrowski. Damit können die Schätze aus den vergangenen Jahrhunderten – wie die Bugenhagen-Bibel von 1533 – fachgerecht gelagert werden.

Temperaturen um null Grad und trockene Luft

Noch kälter benötigen es Filmrollen, Negative und Glasplatten. „Hierfür haben wir eine zweite Klimakammer. Bei einer Temperatur um die null Grad und trockener Luft schaffen wir perfekte Lagerbedingungen“, sagt Dr. Christiane Todrowski. Neben Filmrollen brauchen auch Glasplatten – eine Fotografietechnik aus dem 19. Jahrhundert, bei der die Aufnahmen auf Fotoplatten gebannt wurden – trockene Kälte. Insgesamt umfasst der Fotobestand des Kreisarchivs etwa 150 000 Stück.

Der Lesesaal hat – nach vorheriger Anmeldung – wieder geöffnet.
Der Lesesaal hat – nach vorheriger Anmeldung – wieder geöffnet. © Heyn/Märkischer Kreis

Technisch ausgestattet sind alle Archivräume in den unteren Geschossen mit beweglichen Regalen auf Schienen. „Das funktioniert durch handbetriebene Kurbeln. Der Vorteil ist: Rollregale sparen Platz und erhöhen erheblich die Lagerkapazitäten“ fasst Dr. Christiane Todrowski zusammen

Sammlung von Schulwandkarten und Lehrmaterialien

Neben Akten der Kreisverwaltung sind hier auch Post- und Ansichtskarten, Pläne und Zeichnungen sowie Urkunden und Plakate untergebracht. Dazu gehört auch eine der größten Sammlungen von Schulwandkarten, Lehrmaterialien und Schulbüchern in NRW. Wie Schulkindern im Fach Biologie zum Beispiel der Kartoffelkäfer als Schädling oder das Verpuppen des Schmetterlings vermittelt wurden, zeigen Lehrschaukästen mit getrockneten Originalpräparaten. Im Unterschied hierzu ist die Partnerschaftsurkunde mit dem Landkreis Elbe-Elster aus dem Jahr 1997 geradezu „modern“.

Für Todrowski sind dies nur Beispiele, „wie viele und welche unterschiedlichen historischen Schätze aus der Geschichte des Märkischen Kreises und der ehemaligen Grafschaft Mark in dem Neubau Platz finden“.

Lesesaal für Besucher wieder geöffnet

Hoch über den Magazinräumen im Erdgeschoss befindet sich neben den Büroräumen der Lesesaal. „Wie zuvor können Besucher nach vorheriger Anmeldung kostenlos in Archivalien und Büchern recherchieren – mit einem ganz besonderen Fernblick von der anderen Lenneseite auf das Deutsche Drahtmuseum und Burg Altena“, berichtet Todrowski.

Wer digital recherchieren möchte, kann das weiterhin in der Mediendatenbank des Märkischen Kreises (https://t1p.de/bilwj). „Ergänzt wird das Angebot durch den Buchscanner, mit dem wir Digitalisate aus der Landeskundlichen Bibliothek erstellen. Das Gerät haben wir erst seit September 2021. Jetzt ist es mit in unseren Neubau umgezogen“, fasst Todrowski abschließend zusammen.

Das Kreisarchiv: Der Neubau in Zahlen

Seit dem Baustart im Mai 2020 ist neben dem Kreishaus II ein 17,10 Meter hoher Bau mit fünf Geschossen und einer Brutto-Grundfläche von 2150 Quadratmetern entstanden. Das neue Kreisarchiv mit einem 11 800 Quadratmeter großen Grundstück bietet Platz für rund 3,5 Kilometer Akten, 150 000 Fotos und Negative, 10 000 Post- und Ansichtskarten sowie 65 000 Bücher, darunter 5000 alte Drucke und bibliophile Kostbarkeiten von 1510 bis 1850. Außerdem Hunderte Karten und Pläne, historische Zeitungen, Schulwandkarten, Schulbücher und vieles mehr.

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