1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Kenntnisse alle fünf Jahre auffrischen

Erstellt:

Von: Ilka Kremer

Kommentare

Ausbildung Erste Hilfe durch das DRK
Ausbildung von Schulsanitätern: Der 13-jährige Luis legt einen Kopfverband an. © Kremer, Ilka

Millionen Menschen erleiden jährlich Verletzungen. Oftmals mit bleibenden Schäden oder mit Todesfolge, weil rechtzeitige und ordnungsgemäße Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht geleistet werden. „Erste Hilfe ist für uns alle jederzeit wichtig. Jeder kann schneller in Not geraten als ihm lieb ist“, sagt Sven Wienciers. Er ist der stellvertretende Ausbildungssachbearbeiter des DRK-Kreisverbandes im Märkischen Kreis und wünscht sich, dass die Bedeutung der Erste-Hilfe-Leistung sich stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankert.

Altena – Bei den meisten Menschen sei es leider so, dass sie nur einmal im Leben einen Erste-Hilfe-Kurs absolvierten. „Nämlich dann, wenn sie den Führerschein machen“, so Wienciers. Das sei zu wenig, das Erlernte werde schnell vergessen. Für ihn wäre eine Wiederholungspflicht alle fünf Jahre wünschenswert. Ersthelfer in Betrieben müssten beispielsweise alle zwei Jahre ihre Kenntnisse auffrischen. Der Alltag sei heute von Hektik, Motorisierung und Belastung geprägt. Und trotz allen technischen Fortschritts seien die Menschen eben nicht immer vor Unfällen und Notsituationen geschützt. Umso wichtiger sei es, dass möglichst alle die Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen und sich auch zutrauen, diese anzuwenden.

Jede Sekunde zählt.

Pascal Hülle, DRK-Kreisverband

Mindestens 50 000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses – nur zehn Prozent überleben. Eine der Hauptursachen ist mangelnde Hilfe: 2017 wurde nur bei gut 42 Prozent aller Herz-Kreislauf-Stillstände eine Wiederbelebung durch Ersthelfer begonnen (aktuelle Zahlen, Erhebung nur alle fünf Jahre). „Jede Sekunde zählt: Das Gehirn beginnt bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand nach nur drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss unwiederbringlich zu sterben“, verdeutlicht Pascal Hülle, hauptamtlicher Vorstand des DRK-Kreisverbandes, die Dringlichkeit, Erste Hilfe zu leisten. „Von der Alarmierung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vergehen im Durchschnitt acht Minuten oder mehr. Das ist dann oft zu spät.“

Nur wer nichts macht, macht was falsch

Viele Menschen hätten Angst, etwas falsch zu machen und würden deshalb nichts tun. Genau das sei aber falsch. Grundsätzlich sei es besser, für die Person in Not etwas zu tun. „Solange ich handele, kann ich nichts falsch machen“, betont Hülle. So könne auf jeden Fall der Notruf abgesetzt werden. Er selbst hält sich immer fit in Erster Hilfe, „denn ich will helfen können“.

Dass der Tag der Ersten Hilfe jedes Jahr im September begangen wird (in diesem Jahr der 10. September), findet Pascal Hülle gut. „Es ist wichtig, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Erste Hilfe gerät im normalen Alltag schnell in Vergessenheit.“ Doch reiche dieser eine Tag nicht aus, es brauche eine Kontinuität, um das Bewusstsein der Gesellschaft für Erste Hilfe zu verändern. „Die Regierung ist hier gefragt“, sagt der DRK-Vorstand. In anderen Ländern werde viel mehr dafür getan, würden beispielsweise dauerhafte Werbekampagnen zu diesem Thema initiiert.

Tag der Ersten Hilfe soll sensibilisieren

Sehr wichtig ist dem Deutschen Roten Kreuz im Märkischen Kreis in diesem Zusammenhang die Kooperation mit Schulen und Kindergärten. Der Kreisverband bildet zur Unterstützung der Lehrer Schulsanitäter aus. Hier engagiert sich das Jugendrotkreuz sehr stark und vermittelt den jungen Menschen die Erste-Hilfe-Maßnahmen. Speziell

Auch interessant

Kommentare