Nach Wiedereröffnung des Studios

Tätowierer: Lockdown mental und finanziell hart

Max Hahne kann wieder lachen: Sein Tattoo-Studio in Altena ist wieder geöffnet.
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Max Hahne kann wieder lachen: Sein Tattoo-Studio in Altena ist wieder geöffnet.

Max Hahne ist erleichtert. Endlich darf er wieder tätowieren und sein Studio in Altena öffnen. Der Lockdown hat ihm sehr zu schaffen gemacht.

Altena – Tätowieren kann er. Aber Skateboard fahren? Nach mehr als zwei Jahrzehnten ist Max Hahne wieder auf das Brett gestiegen. Aufgrund der Pandemie musste sein Studio „Hillside“ in der Altenaer Innenstadt seit November geschlossen bleiben, die finanziellen Mittel waren aufgebraucht, die Existenzangst war ganz konkret. „Ich habe versucht, mit Sport und positiven Gedanken nicht an morgen zu denken“, erzählt der Tätowierer, der zehn Kreuze macht, dass er nun wieder öffnen kann.

Am vergangenen Freitag, als klar wurde, dass nun auch die Tattoo-Studios wieder Kunden empfangen dürfen, hat er sich sieben Stunden ans Telefon gehangen, um die einst geplanten und ausgefallenen Termine neu zu vergeben. Das hat gut geklappt. Die Kunden waren dankbar, dass es am eigentlich geschlossenen Montag direkt an die Nadel ging.

Tätowieren am Hals und im Gesicht nur nach Test

Die strengen Hygienevorschriften sind längst Routine, nur das Tätowieren im Gesicht und am Hals ist im Moment nur mit einem tagesaktuellen, negativen Schnelltest möglich. „Aber da sind auch nicht so viele so verrückt wie ich“, sagt Max Hahne schmunzelnd über seine Kunst am Körper.

Seine erste Idee, Tests für alle Kunden zu stellen, hat er verworfen. „Das ist dann doch zu teuer“, sagt er. Tatsächlich hat ihm der Lockdown finanziell arg zu schaffen gemacht. „Wenn ich nicht die Unterstützung der Familie bekommen hätte, wäre es recht schwer geworden“, gibt Max Hahne zu.

Skateboardfahren als Ausgleich

Während beim ersten Lockdown die Stimmung wesentlich besser war und er ein klein wenig das Gefühl von Urlaub hatte, waren die letzten vier Monate für den Tätowierer eher dramatisch. Um mental nicht völlig am Boden zu bleiben, hat er sich fürs Skateboardfahren entschieden. „Mit 120 Kilo Lebendgewicht“, erzählt er lachend.

Die Ergebnisse sind übrigens zu sehen – und zwar auf YouTube. „In der Ü30-Fraktion muss man auf die Gelenke etwas mehr aufpassen“, weiß Max Hahne aus leidlicher Erfahrung. „Das Schlimmste beim Stürzen ist, dass es erst etwas später richtig wehtut“, witzelt Max, der unter seinem Künstlernamen Max Cameo weitere Videos gedreht hat.

Spannend zum Beispiel: Das Gespräch mit Kiez-Legende Bert Wollersheim über seine Tattoos. Jetzt ist der Mittelpunkt des Geschehens wieder in Altena. Schauspieler, Fußballer und Stars aus dem Entertainment-Bereich lagen schon unter seiner Nadel. Max hat sich auf schwarz-graue Tätowierungen im Bereich Realistic und Portait spezialisiert. Und kann endlich wieder weitermachen. Alle Infos zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

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