Prozess um erpresserischen Menschenraub

Erpresserischer Menschenraub in Altena: Täter weist Vorwürfe zurück

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Das Gericht tagt wieder am 10. April.

Altena - Schwer wiegt der Vorwurf eines erpresserischen Menschenraubes: Gemeinsam mit einem unbekannten Mittäter soll ein 45-jähriger Iserlohner in der Nacht zum 11. Dezember 2016 einen jungen Unternehmer in dessen Altenaer Wohnung massiv bedroht haben, um ihn zur Herausgabe sechsstelliger Geldbeträge zu veranlassen.

Unter anderem sollen die mit einer Pistole bewaffneten Täter damit gedroht haben, ihm einen Finger abzuschneiden, wenn er das Versteck des in seiner Wohnung vermuteten Bargeldes nicht preisgebe. DNA-Spuren an einer Wasserflasche und an einem Zigarettenstummel führten die Ermittler auf die Spur des Angeklagten. In seiner ersten Stellungnahme zu den Vorwürfen wies der 45-Jährige die Vorwürfe am zweiten Verhandlungstag jedoch zurück.

Vorwürfe zurück gewiesen

Nicht er sei in der Wohnung gewesen, sondern zwei ihm bekannte Personen, die er schon seit Langem kenne. Einer von ihnen habe ihm von der geplanten Tat berichtet: Es gebe da eine Person, die zuhause 300.000 Euro in einem Safe habe. 

Die beiden Täter, nach eigenem Bekunden eher Spezialisten für Einbrüche, hätten wegen des angeblich hohen Sicherheitsstandards des Safes einen Spezialisten für einen Raubüberfall gesucht, erklärte der Angeklagte. „Ich sollte der zweite Mann sein, der da mit rein geht.“ Seine Vorstrafen deuten darauf hin, dass er tatsächlich entsprechendes Fachwissen gesammelt haben könnte.

Sagenhafter Reichtum

Die - wahrscheinlich unzutreffende - Geschichte von sagenhaftem Reichtum in einem Mehrfamilienhaus habe ihn aber skeptisch gemacht, erklärte der Angeklagte in seiner Einlassung vor der Strafkammer: „Ich wusste definitiv nur, dass es nicht in Iserlohn war.“ 

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Er gab zu, dass ihn die Geschichte interessiert habe, aber es sei doch absurd gewesen, eine solche Aktion zu starten, „wenn keiner das Geld gesehen hat. Ich bin kein Heiliger, aber mir war das zu heiß“, lautete das Fazit aus diesem Bericht. Demnach hätte der Angeklagte von dem geplanten Raubüberfall zwar gewusst, sich aber nicht daran beteiligt.

DNA-Spuren

Wie aber kam seine DNA an eine Wasserflasche und eine Zigarettenkippe in der Wohnung des Opfers? Der Angeklagte erzählte, dass die beiden Räuber sich vor der Tat bei ihm diverse Anziehsachen geliehen hätten - angeblich für Reparaturen an einem Auspuff. In einer der Taschen sei vermutlich der Zigarettenstummel gewesen, die dann einer der Täter in der Wohnung weggeworfen hatte. 

Die Staatsanwältin erinnerte an die zweite DNA-Spur an einer Wasserflasche. Es gab noch keine Antwort auf die Frage, wie diese zustande gekommen sein könnte, wenn der Angeklagte nicht in der Wohnung gewesen sein sollte. In der Tatnacht habe er sich um ein Alibi bemüht, erklärte er.

Um Alibi bemüht

Deshalb sei er in einem griechischen Restaurant gewesen und habe sich dort möglichst auffällig verhalten. „Warum sind Sie nicht bei Ihrer Frau geblieben?“, wies der Vorsitzende Richter Jörg Weber-Schmitz auf ein anderes mögliches Alibi hin. Das sei ihm zu unglaubwürdig erschienen, erwiderte der Angeklagte. Der Prozess wird am 10. April fortgesetzt.

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