Syrer in Altena: Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein räumt Fehler bei Informationspolitik ein

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Begegnung im Pfarrsaal von St. Matthäus: Rund 200 Mitglieder der syrisch-katholischen Gemeinde aus dem Ruhrgebiet sahen sich am 13. November in Altena um.

Altena - Der Besuch der syrisch-katholischen Gemeinde im November hatte am Montag im Rat ein politisches Nachspiel. Zuerst brachten die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD dass Thema zur Sprache.

Eher milde ging dabei Uwe Scholz (CDU) mit dem Bürgermeister um: „Manchmal verselbstständigen sich Dinge, man kann sie einfach nicht steuern“. Die Union werde aber auf jeden Fall darauf achten, „dass wir die Altenaer nicht überfordern“. Das gelte natürlich auch und gerade für die Ehrenamtler. 

Deutlicher wurde Lutz Vormann (SPD): Er beschwerte sich darüber, dass zum Besuch der Gemeinde Mitte November Baugesellschaft, Kirchengemeinde und andere Akteure eingeladen gewesen seien, aber nicht die Kommunalpolitik: „Bei vielen Menschen ist der Eindruck entstanden, dass Sie über deren Köpfe hinweg entscheiden“, sagte Vormann an die Adresse des Bürgermeisters. 

So sei der Eindruck entstanden, dass es „eine reine Verwaltungsentscheidung“ sei. Details erfuhren die Ratsvertreter erst am 21. November – einen Tag, nachdem etwa ein Dutzend Familien ihren Willen bekundet hatten, mittelfristig nach Altena umzuziehen. 

Es wäre wohl besser gewesen, diese Unterrichtung „deutlich früher zu terminieren“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage zu diesem Thema, die der Rat ohne weitere Debatte zur Kenntnis nahm.

„Insbesondere“ eine unabgestimmte Pressemitteilung aus Essen habe in Altena für Irritationen gesorgt, heißt es in der Vorlage weiter – nach dem Besuch der Gemeinde in Altena hatte es geheißen, bis zu 250 Menschen dächten ganz konkret über einen Umzug nach. 

Seit September habe es mehrere Kontakte mit der Gemeinde gegeben, schreibt der Bürgermeister. Dabei sei von ihm und Stadtkämmerer Stefan Kemper auch falschen Vorstellungen und „Traumbildern“ entgegengewirkt worden.

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