Auf der Suche nach einer neuen Drehleiter

ALTENA ▪ Technik vom Feinsten war gestern an der Bachstraße zu besichtigen. Für die Feuerwehr hatte die Ulmer Firma Magirus ein schmuckes Gerät an der Wache aufgefahren. Mit der Bezeichnung DLK 23/12 hört es auf den gleichen Namen wie die aktive Drehleiter - allerdings trennen die beiden Modelle feuerwehrtechnisch Welten. DLK steht für „Drehleiter Korb“.

Nützlicher Knick

So hat zum Beispiel das noch aktive Fahrzeug eine starre Leiter. Das neue DLK kann dagegen ein so genanntes Gelenkleiter-Teleskop vorweisen, das etwa im oberen Fünftel abgewinkelt werden kann. Dadurch wird der Korb ungleich besser manövrierbar. „Man kann näher an die Gebäude heran, und es können auch Brüstungen überfahren werden“, beschreibt Iveco-Magirus-Vertriebsleiter Bernd Kühn die Vorteile. Für die teils beengten topographischen Verhältnisse in der Burgstadt ist das sicher vorteilhaft.

Eine weitere Feinheit verbirgt sich hinter der Abkürzung „CS“ in der vollständigen Typenbezeichnung. „CS“ steht dabei für „computer stabilized“ und beschreibt eine automatische Schwingungsdämpfung der Leiter. Ein hydraulisches System erkennt dabei unerwünschte Auslenkungen des Teleskops - und steuert gezielt dagegen. Als Ergebnis liegt der Leitermast mit dem Korb sehr ruhig in der Luft. Nach einer ersten Vorführung an der Feuerwache ging es gestern noch hinunter zur Sauerlandhalle. Auch hier konnte die Drehleiter ihr Potenzial zeigen.

Kosten: Rund 650 000 Euro

Nein, ein Schnäppchen ist so ein modernes Rettungsgerät sicher nicht. Den Verkaufspreis beziffert der Iveco-Mann auf „rund 650 000, netto.“ Schließlich seien die Wagen „handgemacht“, kaum eine Ausführung gleiche der anderen, was lange Lieferzeiten zur Folge hat. Gewisse Nachlässe seien allerdings drin, und es gebe auch die Möglichkeit, sich zum Beispiel für ein Vorführfahrzeug zu entscheiden.

EU-weit nur drei Hersteller

Rund 200 Drehleitern verkauft die Firma jährlich - weltweilt, wohlgemerkt. In Deutschland sind es 60 bis 80. Der Wettbewerb in diesem Marktsegment ist übrigens überschaubar: EU-weit gibt es drei Hersteller, in Deutschland buhlen zwei Firmen um die Gunst der roten Hähne.

Ob die 27 Jahre alte Altenaer Drehleiter in 2011 ausgetauscht werden wird, scheint nicht ganz sicher. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein geht zumindest davon aus, dass der Ersatz im nächsten Jahr bestellt wird. ▪ tk

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