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„Nehmen das sehr ernst“: Feuerwehren bereiten sich auf heftigen Sturm vor

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Von: Maximilian Birke

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Die Feuerwehr zersägte und beseitigte den umgestürzten Baum.
Umgestürzte Bäume sind häufig die Folge von starken Sturmböen. © Feuerwehr

Heftiger Sturm droht ab Mittwochabend im Märkischen Kreis: Der Deutsche Wetterdienst hat am Dienstag eine Vorabinformation herausgegeben, die für die Feuerwehren in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde unerwartet kam.

Altena/Nachrodt – Demnach kann es ab dem Abend zu orkanartigen Sturmböen kommen, die in der Spitze Windgeschwindigkeiten von bis zu 133 km/h erreichen. Laut Wetterdienst beginnt die Gefahrenlage am Mittwoch um 22 Uhr und hält bis Donnerstag, 21 Uhr, an.

„Wir nehmen diese Warnung sehr ernst“, sagt Mark Wille, Leiter der Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde. Unweigerlich seien ihm Bilder des Orkans Kyrill vor Augen gekommen, der am 18. und 19. Januar 2007 für große Schäden und eine Vielzahl an Feuerwehreinsätzen im Kreisgebiet sorgte. „Wir werden die Situation in einer Videokonferenz besprechen“, berichtet Wille. Dieses Treffen war schon angesetzt, bevor die Information des Wetterdienstes rausging, wird nun aber zumindest teilweise umfunktioniert. Darüber hinaus werden die Einsatzkräfte ihr Equipment prüfen und die Fahrzeuge gegebenenfalls umrüsten. So kann beispielsweise auf den Gerätewagen Logistik ein Containermodul speziell für Unwettereinsätze geladen werden.

„Nehmen das sehr ernst“: Feuerwehren im MK bereiten sich auf heftigen Sturm vor

Überprüft wird sicherheitshalber auch, ob alle Geräte einsatzfähig sind. Vorräte an Betriebsmitteln wie das Zweitakter-Gemisch für Kettensägen werden bei Bedarf aufgefüllt. Kettensägen besitzt die Nachrodter Feuerwehr übrigens sechs, berichtet Mark Wille. Entwurzelte oder abgeknickte Bäume, die die Straßen versperren, werden damit unter anderem zerkleinert. Wille stellt fest: „Bei einer solchen Warnung stehen wir immer unter Strom. Es ist eine sehr dynamische Lage, auf die wir flexibel reagieren müssen.“

Das berichtet auch Philipp Selle, Pressesprecher der Feuerwehr Altena. Die Einsatzkräfte seien für Sturm und auch für ein mögliches Hochwasser gewappnet. Denn der Deutsche Wetterdienst warnt auch vor Dauerregen mit Niederschlagsmengen zwischen 35 und 50 Litern pro Quadratmeter. Am Pragpaul habe die Feuerwehr rund 2000 Sandsäcke sowie ein mobiles rund 30 Meter langes Plankensystem eingelagert. Beides kann im Bedarfsfall mit dem Gerätewagen Logistik zur Einsatzstelle transportiert werden.

Feuerwehren im MK bereiten sich auf heftigen Sturm vor: Einschätzung der Lage

Ob und wie schwer der Frühjahrssturm Altena treffen wird, möchte Philipp Selle nicht bewerten. Seiner Erfahrung nach stehe die Chance bei 50/50. „Im Ernstfall ist es immer besser, gut vorbereitet zu sein“, betont der Pressesprecher. Auch er denkt im Zusammenhang mit Orkanböen an Kyrill. Nach diesem Wetterereignis habe man eine Priorisierung ausgearbeitet: Wenn umgestürzte Bäume nicht das Leben von Menschen oder Tieren gefährden, weil sie wichtige Durchfahrtsstraßen blockieren, wird die Feuerwehr sie zunächst liegen lassen. „Unsere Einsatzkräfte sollen sich nicht unnötig selbst in Gefahr begeben“, betont Selle.

Genau im Blick haben die Wetterlage auch die Mitarbeiter in der Feuer- und Rettungsleitstelle auf Rosmart, berichtet Leiter Stephan Volkmann. Wenn sich auf den Wetterkarten Hinweise verdichteten, dass tatsächlich ein Orkan auf den Märkischen Kreis zukommt, wird man zunächst einen Meteorologen hinzuziehen, der seine Einschätzung zur Lage abgibt. In einem nächsten Schritt würde dann die Leitstelle personell stärker besetzt, damit ein hohes Notrufaufkommen schneller abgearbeitet werden kann.

Möglich sei zudem, in besonders stark vom Sturm betroffenen Kommunen sogenannte Meldeköpfe einzurichten. Notrufe gehen dann direkt an die örtliche Feuerwehr, die die Einsätze selbst priorisiert und Fahrzeuge mit Wehrleuten entsendet.

Dass der Sturm NRW früher erreicht, als zuvor angenommen, davor warnte bereits der Deutsche Wetterdienst.

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