Ein Stückchen Amazonas in der Mühlendorf-Schule

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Mühlendorf-Grundschüler haben ein neues Hobby: Die Pflege des Schulaquariums.

ALTENA - Die Skalare zeigen sich der dem Fotoapparat gegenüber durchaus aufgeschlossen – die Panzerwelse aber scheinen wenig von ihrer neu gewonnenen Popularität zu halten und verdrücken sich hinter Steine und Pflanzen. „So sind die freitags immer“ witzelt Heinz Herbert Jerabeck.

Der Affelner ist zusammen mit Johannes Schapendonk und Klaus Wegner in die Grundschule Mühlendorf gekommen, um Grundlagenarbeit zu leisten. Gemeinsam mit dem Verein der Aquarien- und Labyrinthfischfreunde hat die Schule eine vierte neue Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen. Sie wird Freitagnachmittags angeboten und beschäftigt sich mit Aquaristik.

Dabei kannten die Jungen und Mädchen aus dem Mühlendorf eigentlich schon seit jeher ein Aquarium. Aber, wendet Schulleiter Wolfgang Wilbers ein, „das war nichts mehr.“ Ziemlich lieblos sei die alte Installation daher gekommen. Jetzt gibt es ein großes, neues Becken mit reichlich Platz für die Tiere. Und es gibt die Fachleute vom Aquarienverein, die ein über lange Jahre gesammeltes Wissen mitbringen.

Davon konnten die sechs Mädchen und Jungen reichlich profitieren, seit das neue Fischbecken vor drei Wochen aufgestellt wurde. Denn natürlich konnten die Schüler von Anfang an verfolgen, wie so ein Aquarium fachgerecht eingerichtet wird, welche Ausstattung man dafür genötigt und welche Arten von Fischen welche Bedingungen zum Leben brauchen. Natürlich waren die Junioren auch an der Inneneinrichtung des Beckens beteiligt.

Und zur Theorie gehörte auch die Praxis, wie für die neuen Mühlendorf-Bewohner ein geeigneter Lebensraum zu schaffen ist. „Das ist doch eine prima Ergänzung zum Sachunterricht“, findet der Schulleiter. Für die Mädchen und Jungen ergeben sich durch das neue Aquarium interessante Aufgaben: Es soll eine laminierte Mappe am Becken ausgelegt werden, in der die Schüler beschreiben, welche Fische in diesem Aquarium leben, aber auch wo sie ursprünglich herkommen und was an Besonderheiten über die einzelnen Arten zu sagen ist.

Die Panzerwelse sind gestern zusammen mit den Skalaren eingezogen, sollen aber nicht die einzigen Bewohner bleiben. Neons werden sich wohl bald dazu gesellen und auch einige Salmler. Schlammspitz-Schnecken dagegen sind ebenfalls schon drin im Becken. Das Aquarium bildet ein Stück Amazonas-Lebensraum ab.

Die Idee, die hinter den Arbeitsgemeinschaften steckt, beschreibt Schulleiter Wofgang Wilbers so: „Ich möchte den Kindern zeigen, was man in so einer Stadt alles machen kann.“ Da biete sich eben eine Kooperation mit Vereinen an. So gibt es in Zusammenarbeit mit dem VfB eine Handball-AG, Tischtennis spielt man im Mühlendorf mit dem TTC und mit dem Tambourcorps Dahle gibt es ein gemeinsames Musikprojekt. „Die Vernetzung der Schule mit der Stadt macht damit weitere Forschritte“, freut sich der Rektor. Und Wilbers kann sich durchaus weitere Angebote vor stellen. Schach etwa, oder auch Judo. Eine komplette Ausstattung dafür gibt es an der Schule. -Thomas Keim

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