Studium abgebrochen

Vom Studenten zum Azubi: Darum hat sich Emre Ersti umentschieden

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Im Job angekommen: Emre Eristi (r.) wird bei der Firma Pilling zum technischen Produktdesigner ausgebildet. Volker Finkeldei (Studienberater der Arbeitsagentur) und sein Ausbilder Frank Widani (l.) schauen ihm über die Schulter.

Altena – Im dritten Semester beschloss Emre Ersti, das Studium aufzugeben. Nun lernt er bei Pilling in Altena. Das ist der Grund.

Nach einem Praktikum in der Kesselfabrik Pilling an der Nettestraße in Altena stand fest, dass es dort einen Ausbildungsvertrag als technischer Produktdesigner im Maschinen- und Anlagenbau für den jungen Werdohler geben würde. Zuvor hatte er an der Fachhochschule Maschinenbau studiert. 

„Das fußte darauf, dass die Chemie zwischen uns stimmte“, erzählt Silvia Budke-Dickmann, tätig im Personalwesen des Altenaer Traditionsunternehmens. Für Emre Eristi bedeutete das eine Neuorientierung, wenn auch keinen vollständigen Neuanfang. „Mit dem wichtigsten Programm kannte er sich aus“, ergänzt Frank Widany, der Ausbilder des neuen Azubis. 

Eristi bringt schon eine Ausbildung als Werkzeugmechaniker mit. „Aber“, bekennt er offen, „ich war handwerklich nicht sehr begabt.“ 

Bevor die Entscheidung fiel, das Studium abzubrechen, hatte sich Emre Eristi viele Gedanken gemacht. „Das Studium wurde sehr mühselig“, beschreibt der Werdohler seine damalige Situation. Er habe auch Klausuren aufgeschoben. 

Eristi unternahm einen ersten Anlauf zur Ausbildungsplatzsuche, kehrte aber noch einmal an die FH zurück. „Ich habe aber nicht mehr Fuß gefasst.“ Mit Hilfe von Volker Finkeldei, Studien- und Berufsberater der Agentur für Arbeit, erhielt er dann schließlich Kontakt zur Firma Pilling. 

Seit dem 1. Januar läuft seine Ausbildung. Eristi kann jene „praktischen Erfahrungen im Betrieb“ machen, die er sich gewünscht hat. Und die ihm beim Studium fehlten. 

„Ich finde es gut, den Mut zu haben, dass man sich eingesteht, wenn etwas nicht läuft“, sagt Volker Finkeldei zur Entscheidung des 24-Jährigen. Im Falle von Emre Eristi sei der Kurswechsel noch rechtzeitig erfolgt. „Es gibt aber auch Leute, die kommen erst nach zehn Jahren.“ 

Mitarbeiter der Arbeitsagentur machen häufiger die Erfahrung, dass Umorientierungen weg vom Studium hin zur Ausbildung keine Seltenheit sind: „Viele Jugendliche erleben während ihres Studiums den Wunsch nach beruflicher Veränderung, verharren aber häufig in den Hochschulen. So verlieren sie wertvolle Zeit – und der Arbeitsmarkt potenzielle Arbeitskräfte“, sagt Finkeldei. 

Für Emre Eristi war die Ausbildung der richtige Schritt: „Ich habe Fuß gefasst und fühle mich wohl."

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