Stadtwerke kündigen an:

Strom wird teurer – Gaspreis stabil

Fast zehn Millionen Liter Heizöl könnten die Altenaer jährlich sparen, wenn alle Häuser energietechnisch auf dem neuesten Stand wären. Das hat die Landesbausparkasse errechnet. Foto: dpa

ALTENA -  Gute Nachricht zu Beginn der Heizperiode: Der Gaspreis bleibt unverändert, zumindest für Kunden der Stadtwerke. „Relativ stabil“ sei der Weltmarkt im Moment, berichtet Stadtwerke-Geschäftsführer Bunse auf Anfrage.

Deshalb könne das Unternehmen auf Preiserhöhungen verzichten. Das spart auch Geld. Als „Grundversorger“ müssen die Stadtwerke im Gegensatz zu ihren Konkurrenten Tarifänderungen durch Zeitungsanzeigen öffentlich bekannt machen, außerdem sind sie verpflichtet, alle Kunden schriftlich zu informieren – eine Gaspreiserhöhung zieht da durchaus Portokosten in vierstelliger Höhe nach sich.

Das sind Ausgaben, um die Mark-E gerade nicht herumkommt: Es steht wieder einmal eine Erhöhung der Strompreise an. Sie falle aber nicht so hoch aus wie die zum vergangenen Jahreswechsel, betonte Mark-E Sprecher Andreas Köster am Donnerstag. Beeinflusst wird der Strompreis zum einen durch staatliche Abgaben, die inzwischen die 50 Prozent-Marke überschritten haben. Einmal mehr sorgt das Erneuerbare- Energien-Gesetz für zusätzliche Belastungen, die Abgabe steigt von 5,28 auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Auch die Netznutzungskosten sind gestiegen. Auf der anderen Seite stehen Beschaffungskosten – der Konzern verzichtet inzwischen weitgehend auf den Einsatz der eigenen Gasturbinen und kauft immer mehr Strom an der Börse, wo die Preise sinken.

Unterm Strich führt das dazu, das Mark-E nur einen Teil der staatlichen Mehrbelastungen an die Kunden weiterreichen muss. Das Unternehmen rechnet vor, dass es im Tarif „Komfort Strom“ zu einer Mehrbelastung von knapp 2,9 Prozent oder 2,46 Euro/Monat kommen wird (berechnet auf der Grundlage eines Verbrauchs von 3500 Kilowattstunden/Jahr). Der Arbeitspreis steigt hier um 0,63 auf 28,18 Cent. Günstiger fährt, wer in den Tarif „Top-Strom“ wechselt: Dort steigt der Preis von 26,47 auf 26,86 Cent.

Die Landesbausparkasse teilt im Zusammenhang mit der Entwicklung der Energiekosten mit, dass es in vielen Altenaer Haushalten noch Einsparpotenzial gibt. 93 Prozent der Häuser in der Burgstadt seien vor 1993 – und damit vor der Einführung verbindlicher Vorschriften zum Energieverbrauch – errichtet worden. Ein solcher Altbau verbrauche fast vier Mal so viel Energie wie ein Gebäude, das nach Niedrigenergiestandards errichtet worden sei, schreibt die LBS. Ihr für Altena zuständiger Gebietsleiter Wolfgang Vogt rechnet vor, dass 9,7 Mio. Liter Heizöl eingespart werden könnte, wenn alle Häuser vollständig energetisch saniert würden. Das entspreche dem Inhalt von 322 Tanklastern. Die LBS geht von gut einer halben Million Quadratmetern „modernisierungsbedürftiger Wohnfläche“ in 3000 Häusern aus.

von Thomas Bender

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