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Streitthema Atemschutzwerkstatt: Opposition macht weiter Druck

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Von: Thomas Bender

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Nach jedem Einsatz müssen die Atemschutzgeräte der Feuerwehr Altena zur Wartung zu einem Anbieter im Rheinland gebracht werden, denn die Wehr ist nicht Teil des Atemschutzpools im Märkischen Kreis.
Nach jedem Einsatz müssen die Atemschutzgeräte der Feuerwehr Altena zur Wartung zu einem Anbieter im Rheinland gebracht werden, denn die Wehr ist nicht Teil des Atemschutzpools im Märkischen Kreis. © Markus Klümper

Das Thema Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Altena bleibt spannend und wird die Politik auch in den kommenden Wochen beschäftigen.

Nachdem Stadtbrandinspektor Alexander Grass schon in der Juni-Sitzung des Rates Rede und Antwort stehen musste, beantragen die Fraktion von sozialer und demokratischer Alternative (SDA) und den Grünen, dass in der Hauptausschusssitzung am 26. September ein weiteres Mal über dieses Thema gesprochen wird. Für sie sind viele Dinge noch unklar.

Zum Hintergrund: 2020 schlossen sich elf Kommunen im Märkischen Kreis zu einem Atemschutzpool zusammen. Die entsprechende Vereinbarung legt fest, dass die Feuerwehren dieser Städte und Gemeinden mit einheitlichen Geräten der Firma Dräger ausgestattet werden und dass die nach jedem Einsatz fällige Überprüfung dieser Geräte im Feuerwehrservicezentrum in Iserlohn erfolgen wird, wofür eine monatliche Pauschale fällig wird.

Altena nutzt Geräte eines anderen Herstellers

Altenas Feuerwehr nutzt Geräte eines anderen Herstellers, die bis Ende 2021 ebenfalls in Iserlohn gewartet wurden. Das geht aus einer Anfrage hervor, die der SDA-Fraktionsvorsitzende Ulrich Biroth an die Stadt Iserlohn stellte. Seit dem Jahreswechsel ist damit Schluss, die Geräte müssen jetzt nach jedem Einsatz zu einem Anbieter im Rheinland gebracht werden. Eine eigene Werkstatt, die im Keller der Feuer- und Rettungswache untergebracht war, wurde Opfer des Hochwassers und darf an dieser Stelle nicht weiterbetrieben werden.

In Absprache mit der Stadt plant die Feuerwehr deshalb jetzt den Kauf mehrerer Container zur Unterbringung einer eigenen Atemschutzwerkstatt. Dazu wurden auch Angebote eingeholt, die von den Anbietern aber zurückgezogen wurden, nachdem sie keine Rückmeldung aus Altena bekamen,

Oppositionsparteien fordern Einblick

Deshalb muss jetzt noch einmal ausgeschrieben werden. Vor einer Auftragsvergabe seien für sie aber noch wesentliche Fragen zu klären, schreiben SDA und Grüne in ihrem gemeinsamen Antrag. Da geht zum Beispiel um Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Die seien angestellt worden und hätten zu der Erkenntnis geführt, dass Altena sich finanziell besser stelle, wenn es die hiesige Wehr nicht an dem Atemschutzpool beteilige, erzählte Grass im Juni im Rat. Diese Wirtschaftlichkeitsberechnung wollen die beiden Oppositionsparteien jetzt sehen. Außerdem verlangen sie, dass noch einmal gerechnet wird: Die Verwaltung soll die Kosten für den Kauf der Container und die Einrichtung der Atemschutzwerkstatt ermitteln und in Relation setzen zu den Kosten, die der Stadt entstünden, wenn sie doch noch dem Atemschutzpool beiträte. Das würde allerdings den Kauf neuer Geräte für die Atemschutzträger erfordern.

„Für uns ist immer noch nicht nachvollziehbar, warum Altena sich nicht an dem Atemschutzpool beteiligt hat“, sagt SDA-Sprecher Ulrich Biroth. Die Feuerwehren der meisten anderen MK-Kommunen waren jedenfalls Feuer und Flamme für den Atemschutzpool. Dass der Sinn macht, betonte schon 2018 Kreisbrandmeister Michael Kling im Gespräch mit unserer Zeitung. Er wies damals darauf hin, dass eine einheitliche Ausrüstung aller Wehren die überörtliche Hilfe erleichtere. Damals waren im Märkischen Kreis die unterschiedlichsten Geräte im Einsatz. Diese Vielfalt war im Ernstfall ein gravierendes Manko, denn die Geräte sind in ihrer Handhabung und vor allem in ihrer Leistungsfähigkeit sehr unterschiedlich. „In den einen Flaschen reicht die Luft für 30 Minuten, in den anderen nur für 20. Mal gehört eine Flasche zur Ausrüstung, mal sind es zwei kleine. Bei großen Einsätzen müssen wir deshalb auch immer darauf achten, dass die Zwei-Mann-Trupps, die unter Atemschutz den Brandherd bekämpfen, auch über die identische Ausrüstung verfügen,“ erklärte Kling damals.

Mit anderen Wehren weiterhin nicht kompatibel

Das hat sich in den meisten Einheiten geändert – nur Altena ist atemschutztechnisch mit den meisten anderen Wehren noch immer nicht kompatibel.

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