Streit um Windräder: Kreis hält Kohlberg nicht für schützenswert

+
Über die Windräder wird seit fast vier Jahren gestritten.

Altena – Wirklich viel Idyll würden Windräder nicht zerstören auf dem Kohlberg: Zu dieser Einschätzung kommt der Märkische Kreis. Das sehen Gegner der Windräder ganz anders.

Wenn es am kommenden Montag, 1. Juli, vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg um die Zulässigkeit der geplanten Windkraftanlagen auf dem Kohlberg geht, dann spielt dabei deren Umweltverträglichkeit eine zentrale Rolle.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sei nicht erforderlich, meinte bisher der Märkische Kreis. Nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts hat er das aber nicht ausreichend begründet. 

Als „Fehlerheilung“ bezeichnet der Kreis das, was dann geschah und was er in seiner Eigenschaft als Untere Immissionsschutzbehörde Mitte Mai per Bekanntmachung kundtat. Auf drei Seiten legt er dar, warum für den Bau der über 200 Meter hohen Anlagen keine UVP erforderlich sei. „Im Wesentlichen“ wirkten sich die Windräder nur auf die Konzentrationsfläche aus, für die die Stadt Neuenrade bereits eine UVP vorgelegt habe. Schon deshalb sei eine erneute Prüfung nicht notwendig. 

Eine UVP untersucht, ob sogenannte Schutzgüter beeinträchtigt werden. Dazu gehören zum Beispiel Flora und Fauna, der Mensch und das Landschaftsbild. Gerade Letzteres wurde von den Gegnern der Anlagen immer wieder thematisiert, weil sie eine Verschandelung des Kohlbergs befürchten. 

Diese Bedenken teilt der Kreis nicht. Die am Kohlberg ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiete wiesen „keine herausragende Wertigkeit“ auf, schreibt er. „Überwiegend mäßig“ sei die Qualität des Kohlbergs. Er geht außerdem von einer „hohen Belastbarkeit des betroffenen Raumes“ aus. 

Der Kreis räumt ein, dass es sich beim Kohlberg um ein beliebtes Naherholungsgebiet handelt. Diese Funktion werde durch den Bau der Windkraftanlagen „wenn überhaupt nur sehr geringfügig eingeschränkt“, heißt es in der Bekanntmachung. „Im Vergleich mit anderen Landschaftsräumen mangelt es der Fläche an Naturnähe, Vielfalt, Eigenart und Schönheit.“

Über die von der Firma SL Naturenergie geplanten Windräder wird seit fast vier Jahren gestritten. Anfang 2017 reichte die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Klage ein. Sie vertritt die Auffassung, dass die Bedenken, die Bürger gegen die Ausweisung der Fläche für die Windräder geltend gemacht hätten, inhaltlich nicht ausreichend geprüft worden seien.

Lesen Sie auch:
Das sagen Spaziergänger zu den Windkraft-Plänen

Darum wurde der Gerichtstermin im Streit um die Windräder verschoben

Darum gab es einen Baustopp für die Windräder

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare