Imra: Brief aus Arnsberg kam überraschend

Einkaufszentrum statt Industriebrache: Die Imra-Pläne sorgen weiterhin für Diskussionen

ALTENA -  „Schlechten Stil“ warf Wolfgang Wilbers (SPD) gestern der Stadtverwaltung vor, als es im Rat um das Nahversorgungszentrum Rahmede ging. Er hätte erwartet, dass die Kommunalpolitik von der Verwaltung unmittelbar über die Bedenken erfahren hätte, die die Bezirksregierung in dieser Angelegenheit hegt.

Den Vorwurf unzureichender Kommunikation mit der Politik wies die Verwaltung allerdings entschieden zurück. Die Verfügung aus Arnsberg sei völlig überraschend gekommen, erklärte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Eigentlich sei verabredet gewesen, vor einer offiziellen Stellungnahme aus Arnsberg zunächst ein Abstimmungsgespräch zu führen. Das sei auch üblich so.

Stattdessen sei dann die formale Stellungnahme gekommen, und zwar am 22. August und damit mitten in der Urlaubszeit. An diesem Tag war Hollstein gerade aus dem Urlaub zurückkehrt und Roland Balkenhol als zuständiger Bereichsleiter hatte den letzten Arbeitstag vor seinen Ferien. Er habe dann mit seinem Bau-Fachmann verabredet, dass zunächst einmal der Investor über die Bedenken informiert werden müsse.

„Das gehört sich auch so“, bekräftigte Uwe Scholz (CDU). Es liege auch im Interesse der Kommunalpolitik, wenn die Verwaltung zunächst mit den potenziellen Geldgebern – also der Firmengruppe Kräling – die Konsequenzen der Arnsberger Bedenken für das Gesamtprojekt bespreche.

Roland Balkenhol erklärte, dass er vor dem Eingang des Schreibens aus Arnsberg „auf dem Dienstweg“ per E-Mail über die Bedenken der Bezirksregierung erfahren habe. Das sei auch üblich. Allerdings gebe es in Einzelfällen inhaltliche Unterschiede zwischen der informellen Mitteilung auf elektronischem Wege und dem, was dann tatsächlich in den „amtlichen“ Mitteilungen aus Arnsberg stehe. Deshalb habe er sich angewöhnt, stets den Eingang der offiziellen Schreiben abzuwarten.

Befremdet äußerte sich Bürgermeister Dr. Hollstein darüber, dass die Bezirksregierung bereits wenige Tage nach Eingang des Schreibens bei der Verwaltung Dritten gegenüber Angaben über dessen Inhalt machte. An die Öffentlichkeit geriet die Angelegenheit, weil Arnsberg Ende August die Anfrage eines Privatmanns zu dieser Angelegenheit beantwortet hatte.

Im Rat wurde gestern auch intensiv über Risiken und Chancen des Nahversorgungszentrum gesprochen. Darüber berichten wir in der morgigen Ausgabe.

- ben.-

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