Streit um Haus Lennestraße Nummer 2 eskaliert

Harun Cici vor dem Haus Lennestraße 2.

ALTENA - Jetzt wird sich das Verwaltungsgericht mit dem Haus Lennestraße 2 befassen müssen. Der Werdohler Geschäftsmann Harun Cici bestätigte, dass er seinen Anwalt damit beauftragt hat, Klage gegen die Stadt Altena einzureichen. Er betont, dass sie nunmehr seit Monaten seine Investition behindert.

Cici hat das Wohn- und Geschäftshaus im April erworben und will es renovieren. Sowohl für die Ladenlokale als auch die Wohnungen gebe es eine Reihe von Interessenten.

Ende Mai verbreitete Cici noch Zuversicht: „Ich habe die Hoffnung, dass der Streit jetzt beendet werden kann,“ sagte er nach einem Ortstermin mit Stadtplaner Roland Balkenhol und dem städtischen Denkmal-Experten Jürgen Wagner. Cici hoffte damals auf eine schnelle Entscheidung. Daraus wurde nichts: Wochenlang habe die Stadt sich nicht geäußert, erst nachdem sein Anwalt Thomas Drost Fristen gesetzt habe, habe sie sich geäußert. „Die verzögern alles bis zur letzten Minute“ – das ist der Eindruck, den der Unternehmer von der Stadtverwaltung gewonnen hat.

„Davon, dass das Haus sanierungsbedürftig ist, ist jetzt keine Rede mehr“ – das sieht Cici als Fortschritt an. Nicht abweichen will die Verwaltung nach seinen Angaben aber von der Auflage des so genannten barrierefreien Bauens. Das heißt: Der Investor soll einen Aufzug oder einen Treppenlift einbauen, damit alle Wohnungen auch für Menschen mit Behinderungen erreichbar sind.

100 000 Euro koste ihn das zusätzlich, befürchtet der Werdohler – die Quadratmeter-Miete stiege dadurch von geplanten 4,50 Euro auf sechs Euro. „Wer sagt denn, dass ich die Wohnungen zu diesem Preis vermieten kann?“, fragt Cici. Die Stadt sei jedenfalls nicht bereit, ihm eine entsprechende Garantie zu geben.

Wie berichtet, hat die Stadt nach Bekanntwerden des Kaufs durch den Werdohler erklärt, dass sie ihr Vorkaufsrecht ausüben wolle. Das war Mitte Mai, seither passiert nichts mehr – sehr zum Ärger Cicis. Der verweist darauf, dass er den Kaufpreis schon bezahlt hat und jetzt entsprechende Finanzierungskosten anfallen. Mieteinnahmen wird er natürlich auch nicht erzielen, so lange die Renovierung der 450 Quadratmeter großen Immobilie auf Eis liegt. Dabei gebe es eine ganze Reihe von Interessenten, die die Wohnungen auch ohne Aufzug mieten würden, sagte er gestern. Entsprechende Nachweise lägen dem Gericht bereits vor.

Cici sieht den Bürgermeister als Hauptverantwortlichen der Misere an: „Dr. Hollstein macht mir richtig Schwierigkeiten“. Es entstehe ein erheblicher finanzieller Schaden – zunächst für ihn, unter Umständen auch für die Stadt, wenn denn das Gericht zu seinen Gunsten entscheide und er für die Mietausfälle entschädigt werde.

Eine nicht unerhebliche Folge der Auseinandersetzung ist übrigens, dass die im Moment quasi leer stehende Immobilie seit Monaten nicht mehr versichert ist. Im Grundbuch steht immer noch der vorherige Eigentümer – eine Erbengemeinschaft. Die allerdings hat den Versicherungsvertrag gekündigt, nachdem Cici den vereinbarten Kaufpreis bezahlte. Er selbst könne keine Police für das Objekt abschließen, sagte Cici: „Dazu müsste ich im Grundbuch stehen“.

Der Bürgermeister sieht die Sache gelassen: Cici habe keine andere Chance, als zu klagen – nur so könne er die Ausübung des Vorkaufsrechtes durch die Stadt abwenden. Grundsätzlich sehe er die Chance auf eine gütliche Einigung, sagte er. „Ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg.“

von Thomas Bender

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