Angeklagter bestreitet Tat vor Gericht

Streit eskaliert: Auf Kneipen-Klo fliegt die Faust

Eine geballte Faust
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Im Märkischen Kreis ist es zu einer Auseinandersetzung in einer Kneipe gekommen.

Wegen eines Remplers ist die Situation auf dem Klo einer Kneipe in Altena eskaliert. Der Mann bestreitet, einen anderen mit der Faust geschlagen zu haben. Doch das nützte ihm nichts.

Altena – Sehr weit gingen die Darstellungen zweier Männer auseinander, die im Amtsgericht über einen Faustschlag aussagten. „Ich hab’ keinen geschlagen“, beteuerte der 53-jährige Angeklagte. „Ich weiß gar nicht, warum ich hier sitze.“

Schon wegen Drähten in seinem eingegipsten Finger der linken Hand habe er am 8. Februar 2020 „kein Interesse an irgendeinem Streit“ gehabt.

Tür auf, angerempelt, Faust im Gesicht

Derjenige, der die Faust des Angeklagten in seinem Gesicht gespürt hatte, schilderte die Situation im WC der Gaststätte in Altena völlig anders.

Seine Version: Als er die Toilettenkabine verlassen habe, habe er den Angeklagten aus Versehen angerempelt und ihm entschuldigend eine Hand auf die Schulter gelegt. „Tür auf, angerempelt, und dann ging es ganz schnell, dass ich eine Faust im Auge hatte“, erinnerte sich der 36-jährige Zeuge. Er machte im Schankraum ein Foto von seinem Gesicht und kühlte sein Auge mit einem Löffel und Eis.

Richter und Staatsanwältin nicht überzeugt

Weder diese Zeugenaussage noch der Bericht der Wirtin konnten den Angeklagten beirren: „Ich bin einfach sprachlos“, reagierte er auf den Strafantrag der Staatsanwältin: 40 Tagessätze zu je 40 Euro.

„Die Aussage des Zeugen spricht dafür, dass der Angeklagte ihn geschlagen hat“, sagte sie und verwies mit Blick auf den verletzten Finger des Angeklagten zum Tatzeitpunkt darauf, dass ein Mensch zwei Hände habe. „Es muss nicht unbedingt mit links sein.“

Richter Dirk Reckschmidt schloss sich ihrem Strafantrag an und verurteilte den Angeklagten schließlich zu einer Geldstrafe von insgesamt 1600 Euro.

Dieser zeigte sich entrüstet über das Urteil und hörte kopfnickend und sehr aufmerksam zu, als er über seine weiteren prozessualen Rechte aufgeklärt wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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