Streit um Asphalt: Tinker in Altena

ALTENA ▪ Opfer so genannter Tinker wurde am Dienstag ein Anlieger der Linscheidstraße. Britische Wanderarbeiter schütteten ihm einen Haufen Asphalt in den Hof – eine Arbeit, die er so nicht in Auftrag gegeben hatte. Der Mann rief die Polizei, die das Ordnungsamt gleich mitbrachte, weil es für Gewerbeverstöße zuständig ist.

Viel ausrichten konnten die Behörden allerdings nicht: Die aus drei Männern bestehend Kolonne konnte eine Reisegewerbekarte vorweisen und darf damit ganz legal arbeiten. Damit reduziere sich die Angelegenheit womöglich auf ein rein privatrechtliches Problem, lautete gestern die Einschätzung von Joachim Protzer, der sich im Rathaus mit Gewerbeangelegenheiten beschäftigt. Strafrechtlich steht allerdings noch der Vorwurf der Nötigung im Raum. Auf jeden Fall sprach die Polizei einen Platzverweis aus.

Da die Kolonne nicht nur an der Linscheidstraße, sondern zuvor auch in Nachrodt-Wiblingwerde tätig war, warnte der Märkische Kreis gestern zum wiederholten Male vor den Praktiken solchen Wanderarbeiter. Nach seinen Worten entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen bereits bei einem Preisvergleich mit den Angeboten der heimischen Betriebe als Irrtum. Wenn man dann die Qualität vergleicht, wird es erst zum richtigen Flop. Garantieansprüche durchzusetzen, sei nahezu unmöglich, heißt es in der Mitteilung weiter. Wenn die Mängel aufträten, seien die Tinker längst über alle Berge und nicht mehr greifbar.

Doch nicht nur aus diesem Grund warnt der Märkische Kreis vor den Wanderarbei-tern. Es häufen sich auch Berichte, wonach die Arbeiten gegen den Willen der Grundstücksbesitzer einfach begonnen wurden. Eine Beendigung kann meistens nur unter Androhung oder Hinzuziehung der Polizei erreicht werden, weil die Arbeiter oft sehr aggressiv auftreten. In anderen Fällen wurde berichtet, dass nach Abschluss der Arbeiten ein höherer Preis verlangt wurde, als zuvor ausgehandelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare