Streik der Tagesmütter: Bürgermeister entschuldigt sich

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Nach dem Streik von Tagesmüttern in Altena entschuldigt sich der Bürgermeister nun für seine erste Äußerung.

Altena – Nach dem Streik der Tagesmütter  entschuldigt sich Bürgermeister Hollstein. Seine erste Reaktion auf den Protest hatte hohe Wellen geschlagen. 

„Ich habe mich nicht differenziert genug ausgedrückt. Dafür entschuldige ich mich.“ Mit diesen Worten reagiert Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU) auf die scharfe Kritik, die in Bezug auf die Tagesmütter über ihn hereingebrochen war. Er hatte deren eintägigen Streik als „Sturm im Wasserglas“ bezeichnet.

Er habe nicht verstanden, warum eine kurze Zahlungsverzögerung zu so harschen Reaktionen geführt habe und sich in dieser Situation vor seine Mitarbeiter stellen wollen, sagte Hollstein, nachdem er nun aus dem Urlaub zurückgekehrt ist. 

Gesetzesänderung erschwert Arbeit

Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass die Kritik von Tagesmüttern und betroffenen Eltern viel weiter ging und dass es vorher schon Probleme gegeben habe. „Das ist auch nie an mich herangetragen worden“, sagte der Verwaltungschef. 

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU).

Hollstein bat um Verständnis dafür, dass aktuell eine Gesetzesänderung der Verwaltung die Arbeit erschwere. Seit Ende 2019 dürfe es keine gemeinsame Veranlagung von U3- und Ü3-Kindern mehr geben, was in solchen Familien für Probleme sorge, die Kinder unter und Kinder über drei Jahren hätten. Bevor ihnen neue Bescheide zugeschickt werden könnten, müssten sie zudem datenschutzrechtliche Erklärungen abgeben, was nicht alle betroffenen Eltern rechtzeitig getan hätten. 

Unbestritten sei, dass es in der Vergangenheit im Jugendamt personelle Probleme gegeben habe, sagte der Bürgermeister. Inzwischen arbeite sich eine neue Mitarbeiterin in die Materie ein, sie werde dabei nach Kräften unterstützt. 

"Keine Rückstände mehr"

„Bei den Tagesmüttern gibt es aktuell keine Rückstände mehr“, vermeldete der Bürgermeister gestern. Die Eltern könnten damit rechnen, das noch ausstehende Bescheide in Kürze bei ihnen eingingen – „vorausgesetzt, uns liegen alle erforderlichen Angaben vor“. 

Hollstein reagierte auch auf ein Statement des SPD-Fraktionsvorsitzenden Lutz Vormann, der eine Abgabe des Jugendamtes an den Märkischen Kreis ins Gespräch gebracht hatte. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass mehrfach untersucht worden sei, ob ein solcher Schritt Sinn mache. Immer habe sich herausgestellt, dass die Aufgabe bei der Stadt besser aufgehoben sei. 

Hinzu komme, dass die Stadt dazu ihren Status als mittlere kreisangehörige Stadt aufgeben müsste und dann auch Aufgaben wie die Bauaufsicht und die Regelung von Straßenverkehrsangelegenheiten an den Kreis abzutreten wäre.

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