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Streifenwagen angezündet: Altenaer (30) steht ab Montag vor Gericht

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Von: Thomas Krumm

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Völlig zerstört: Bei dem ersten Brand wurden zwei Streifenwagen in der Tiefgarage am Stapelcenter völlig zerstört. Die Gerichtsverhandlung gegen den mutmaßlichen Täter beginnt am Montag, 24. Januar.
Völlig zerstört: Bei dem ersten Brand wurden zwei Streifenwagen in der Tiefgarage am Stapelcenter völlig zerstört. Die Gerichtsverhandlung gegen den mutmaßlichen Täter beginnt am Montag, 24. Januar. © Lars Schäfer

Zwei Streifenwagen sind am 30. Juli vollständig zerstört worden. Ein Altenaer hatte die Fahrzeuge in der Tiefgarage des Parkhauses am Stapelcenter in Brand gesetzt. Nun muss sich der 30-Jährige vor gericht verantworten.

Altena – Ab Montag, 24. Januar, wird im Amtsgericht Lüdenscheid gegen einen 30-jährigen Mann aus Altena verhandelt, der am 30. Juli 2021 und am Folgetag insgesamt drei Polizeifahrzeuge in der Tiefgarage des Parkhauses am Stapelcenter und an der Wache in Brand gesetzt haben soll. Durch das Feuer wurden am 30. Juli zunächst zwei Streifenwagen vollständig zerstört. Wegen des Großeinsatzes der Feuerwehr musste die Lenneuferstraße vorübergehend voll gesperrt werden.

Ein Drama so kurz nach der Flutkatastrophe am 14./15. Juli: Die Lenneuferstraße war zur Ausweichstrecke geworden, weil die Lüdenscheider Straße (B 236) wegen des erheblichen Wasserschadens und der Einsturzgefahr des Duschking-Gebäudes ebenfalls nicht befahren werden durfte. Es kam zu erheblichen Verkehrsproblemen in der Innenstadt.

Die Kreispolizeibehörde schätzte den Sachschaden an den beiden Polizeifahrzeugen und am Gebäude auf mehr als 100 000 Euro. Die Ermittlungen ergaben, dass beide Fahrzeuge absichtlich in Brand gesetzt wurden. Nur einen Tag später brannte erneut ein Streifenwagen an der Polizeiwache.

Die Beamten bekämpften das Feuer mit einem Feuerlöscher und stellten fest, dass auch dieses Fahrzeug mithilfe eines „flammbaren Gemischs am Hinterreifen“ in Brand gesetzt worden war. Durch das schnelle Eingreifen konnte der Schaden in diesem Fall begrenzt werden. Schäden am Reifen, an der Karosserie und an den Gummidichtungen summierten sich dennoch auf einen Betrag von etwa 5000 Euro.

Aufgrund der Ermittlungen des Staatsschutzes konnte noch am selben Tag ein Tatverdächtiger festgenommen werden. Der Altenaer war bereits in zeitlicher Nähe zum ersten Brand von einer Zeugin beobachtet worden, die sich über sein seltsames Verhalten wunderte. Nun fiel er nach dem zweiten Brand einem Polizisten auf, weil er in derselben Kleidung erneut am Tatort war. Im Rucksack des Verdächtigen fanden die Beamten dann Brandbeschleuniger.

Der damals 29-Jährige stritt die Tat ab und wehrte sich gegen die Polizisten. Verletzt wurde niemand. Nur einen Tag später erließ eine Richterin einen Haftbefehl und ordnete Untersuchungshaft an. Der Beschuldigte soll wegen Betäubungsmitteldelikten und Widerstandshandlungen gegen die Polizei vorbestraft sein.

Mittlerweile sei sein Mandant nicht mehr in Untersuchungshaft in Attendorn, sondern vorläufig untergebracht in einer psychiatrischen Klinik in Lippstadt-Eickelborn, teilte Verteidiger Dirk Löber auf Nachfrage mit. Aus dem Strafverfahren sei ein Sicherungsverfahren geworden, in dem es auch um die geistige Verfassung des heute 30-Jährigen geht. Mithilfe eines psychiatrischen Gutachtens soll die Frage seiner Schuldfähigkeit geklärt werden.

Das Schöffengericht hat zwei Verhandlungstermine im Amtsgericht Lüdenscheid anberaumt. Die Hauptverhandlung beginnt am Montag, 24. Januar, um 10.45 Uhr im Saal 125.

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