Der Wochenmarkt blieb politikfrei

Wahlkampf ganz friedlich: Zwischen Markt und Stapelcenter stehen die Stände von CDU, SPD und Linken. -  Foto: Bender

Altena   - Zwischen Bananen, Bratwurst und Backwagen ist für Wahlkampf kein Platz – der Wochenmarkt blieb deshalb auch am Donnerstag politikfrei.

Dennoch nutzten die Parteien die Gunst der Stunde, um mit den Altenaern ins Gespräch zu kommen: An dem einen Ende des Marktes bauten die Grünen ihren Stand auf, an dem anderen versammelten sich SPD, CDU und Linke in friedlicher Koexistenz.

Seit Ende der Osterferien wird Straßenwahlkampf betrieben, der Blick zurück fällt drei Tage vor der Wahl bei allen Wahlkämpfern zufrieden aus – auch aus einem höchst pragmatischen Grund: „Richtig schlechtes Wetter hatten wir eigentlich nie“, erinnert sich Uwe Scholz von der CDU. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass die Marktbesucher freundlich auf die geballte Politik reagieren: „Richtig ablehnend ist eigentlich keiner“, sagt Anna Hinz von den Grünen.

Sicher: Es gibt viele, die die angebotenen Flyer nicht haben wollen und auch keine Lust auf Gummibärchen (CDU und Grüne) oder Donuts (SPD) haben. „Viele haben ja auch schon gewählt“, weiß Lutz Vormann von SPD aus vielen Gesprächen – der hohe Briefwahlanteil schmälert aber nicht das Engagement auf der Zielgeraden, auch die Prominenz muss ran. Bei der CDU gibt Landrat Gemke eine Stippvisite, SPD-Bürgermeisterkandidat Christian Gosch ist im Einsatz und am Stand der Linken steht auch Michael Thomas-Lienkämper, der Sprecher des Kreisverbandes. Der lobt, dass die Atmosphäre in Altena sehr entspannt sei. Überhaupt sei zu beobachten, dass die Bürger den Linken inzwischen gelassener begegneten. Krasse Ablehnung, wie man sie noch im letzten Kommunalwahlkampf erfahren habe, gebe es so gut wie gar nicht mehr.

Natürlich geht es auch um Politik – und zwar bevorzugt um die kommunale, die Europawahl spielt eher eine Nebenrolle. Wolfgang Simon muss am CDU-Stand öfter mal den Notizblock zücken: Bei der Mehrheitsfraktion melden sich immer mal wieder Bürger mit Anregungen oder auch kleinen Beschwerden. Nebenan, bei der SPD, muss Christian Gosch vielen Bürgern seine Meinung zum Sparkommissar und zu Steuererhöhungen erklären – ganz sachliche Gespräche seien das, resümiert er. Die Grünen feiern derweil überparteiliche Erfolge: Ihre Liste gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel ist ein Renner, es unterschreiben auch Altenaer, die nicht unbedingt zu den Sympathisanten der Öko-Partei gehören.

Es geht friedlich zu im Altenaer Wahlkampf – so friedlich, dass alle anderen Parteien zumindest ein Statement von Linken-Spitzenkandidiat Andreas Michel unterschreiben dürften: „Wichtig ist vor allem mal, dass die Leute wählen gehen“. - Von Thomas Bender

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