Ärger mit Ordnungshütern

Stress vor dem Schützenumzug: Renitenter Aussteller gibt vor Gericht auf

Umzug beim Schützenfest 2018 durch Altenas Innenstadt
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Der Umzug beim Schützenfest 2018 durch Altenas Innenstadt. Im Vorfeld gab es Ärger mit einem Aussteller.

Er hat eine Straßensperrung ignoriert und sich dann mit Ordnungskräften angelegt: Den Schützenumzug in Altena wird der Aussteller (60) wohl nicht so schnell vergessen. Der Ärger endete vor Gericht.

Altena – Das letzte Schützenfest in Altena im Jahr 2018 hat nun noch einmal die Justiz beschäftigt. Ein 60-jähriger Aussteller aus Dortmund, der die Sicherheitskräfte am Tag des großen Schützenumzugs am 2. Juni 2018 durch sein Fahrverhalten und sein aggressives Auftreten in helle Aufregung versetzt hatte, zog nun im Landgericht seine Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Altena vom 10. November 2020 zurück.

„Es fällt mir sehr schwer, auf mein Recht zu verzichten“, erklärte der Angeklagte, nachdem er seine Sicht der Dinge ausführlich dargelegt hatte, die sich deutlich von den Schilderungen vieler Zeugen unterschied. Der Aussteller geht immer noch davon aus, dass er sich auf dem Weg zu seinem Verkaufsstand richtig verhalten und „nichts gemacht“ hatte – außer seinen Schlüssel festzuhalten.

Richter: „: Es sieht nicht gut für Sie aus“

Zuvor hatte ihm der Vorsitzende Richter der Berufungskammer in ruhigen Worten deutlich gemacht, dass ihm durch ein weiteres Beharren auf seinem angeblichen Recht voraussichtlich nur weitere Kosten entstehen würden: „Ganz offen: Es sieht nicht gut für Sie aus.“ Es sei offensichtlich, dass auch der Angeklagte „nicht alles richtig gemacht“ habe an jenem Tag.

Der Rücknahme der Berufung war allerdings erneut eine umfangreiche Beweisaufnahme vorangegangen: Polizisten und Ordnungskräfte, die am 2. Juni 2018 für die Sicherheit beim Schützenumzug entlang der Lenne sorgen sollten, berichteten, wie der Angeklagte zunächst eine Absperrung am Markaner umfahren und dann nach kurzer Pause weiter in die Lennestraße gefahren war. Auf Höhe des Burgaufzugs wurde er erneut gestoppt und aufgefordert zu wenden. Ein Auto des Ordnungsamtes geleitete ihn zurück in Richtung Markaner.

Pfefferspray im Einsatz

Als er dort erneut nach links auf die Lenneuferstraße einbiegen wollte, hinderten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ihn daran und stellten schließlich vom Beifahrersitz aus den Autoschlüssel sicher. Ein Ordnungsamtsmitarbeiter erinnerte sich an eine „Keilerei im Auto“, erheblichen Widerstand gegen den Griff zum Schlüssel und einen versuchten Kopfstoß des Angeklagten, den erst der Einsatz von Pfefferspray widerstandsunfähig gemacht habe.

Die mit zwei Fahrzeugen herbeigeeilte Polizei legte dem Dortmunder Handschellen an. Die Ordnungskräfte machten im Landgericht noch einmal die angespannte Situation am Tag des Schützenumzugs 2018 deutlich. Erwartet wurden zahlreiche Besucher und ein Festumzug mit 1400 bis 1500 Personen.

Sechs Monate auf Bewährung plus Geldstrafe

Ein Vorfall beim Schützenfest in Menden, bei dem im Jahr 2009 ein damals 79-jähriger Autofahrer ungebremst in den Umzug gerast war und drei Menschen tödlich verletzt hatte, diente als Mahnung für das strikte Sicherheitskonzept beim Schützenfest in Altena. „Es gab die klare Anweisung: Kein Fahrzeug kommt in diesen Bereich“, erinnerte sich ein Zeuge.

Das Amtsgericht verurteilte den Angeklagten im November 2020 wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung und einer Geldauflage von 500 Euro. Dieses Urteil, gegen das der Aussteller Berufung eingelegt hatte, wurde nun durch die Rücknahme rechtskräftig.

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