Stipendiatin Hentschel gestaltet Taucherinnen

Anne Karen Hentschel freut sich, erste Ergebnisse präsentieren zu können.

ALTENA ▪ Nicht Kronen und Gebisse, sondern Kunst entsteht im Kutscherhäuschen – auch wenn die Werkzeuge anderes vermuten lassen. Mit winzigen Messern und Dornen, dem Besteck eines Zahnarztes, bearbeitet Anne Karen Hentschel dort kleine Figuren.

Die Diplom-Bildhauerin ist derzeit Stipendiatin der Werkstatt Altena. Nach rund sechs Wochen intensiver Arbeit kann sie erste Ergebnisse vorzeigen: 17 Taucherinnen aus Acryl – jeweils gut 20 Zentimeter lang – tummeln sich bereits im Atelier an der Burg Holtzbrinck.

Innere Weite

„Ich möchte eine innere, selbst erlebte Weite darstellen“, versucht Hentschel ihre Idee in Worte zu fassen. Aber: „Das ist schwierig zu formulieren, deshalb mache ich ja Figuren“, sagt die 31-Jährige und lächelt. Für ihre sechsmonatige Schaffenszeit in Altena hat sie sich vorgenommen, eine Vielzahl von schwungvollen Taucherinnen zu erschaffen. Bewegung und Dynamik, das möchte Hentschel transportieren.

Warum gerade Taucherinnen? „Mich fasziniert die völlige Bewegungsfreiheit“, erklärt die Künstlerin. Um Frauen handle es sich, weil sie sich mit den Figuren identifiziere.

Kampf gegen Luftblasen

Nach ersten Fehlschlägen – zähflüssiges Material bedingte große Luftblasen in der Form – gelingen Hentschel mittlerweile immer mehr Taucherinnen. Das richtige Verhältnis von Acryl-Pulver und Flüssigkeit ist bekannt. Mit einem Schaschlikspieß und groben Schlägen gegen die Form wird Hentschel der Luftblasen inzwischen Herr.

Ausreichend Werke für ihre erste eigene Ausstellung im November in der Burg Holtzbrinck wird sie also erstellen können. Neben Ergebnissen aus ihrer Zeit in Altena möchte sie dann auch ältere Arbeiten aus ihrem Atelier in Halle an der Saale zeigen. An der dortigen Hochschule für Kunst und Design, der Burg Giebichenstein, hat die Bremerin studiert. 2006 schloss sie „Figürliche Bildhauerei“ erfolgreich ab.

Nett aufgenommen

Die Ausschreibung der Werkstatt Atelier entdeckte Hentschel in einem Fachmagazin. Von der Burgstadt hatte sie zuvor nichts gehört. „Ich komme vom platten Land, aber mir gefallen die Berge und Täler“, stellt sie mittlerweile fest. Sehr herzlich sei sie von Werkstatt-Mitgliedern aufgenommen worden. ▪ Pia Käfer

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