Stimmstark und mutig: Kindermusical kommt an

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Die teilnehmenden kleinen Sängerinnen und Sänger brillierten in ihren Vorträgen.

ALTENA - Im Stehen feierte das Publikum am Sonntag die Akteure der in ein „Musical“ verwandelten Mozartschen „Zauberflöte“. Ein Beifall, den sich der Sandwichchor der Kirchengemeinde St. Matthäus, die Maxi-Chöre der Gemeinschaftsgrundschule Dahle-Evingsen und Chorleiterin Maike Lehmkuhl redlich verdient hatten. Denn schöner kann eine solche Aufführung kaum gestaltet werden.

Die Handlung des auf gut eine Stunde konzentrierten Singspiels, das der Komponist Michael Benedict Bender für Klavier zu vier Händen einrichtete, folgt der großen Oper: Nachdem er das „bezaubernd schöne“ Bildnis einer unbekannten Frau gesehen und besungen hat, macht sich Prinz Tamino auf die Suche nach seiner Tamina. Er kann sie am Ende für sich gewinnen, nachdem er alle ihm auferlegten Prüfungen bestanden hat.

Ihm zur Seite steht bis zum Happy End der zuweilen etwas zwielichtige Vogelhändler Papageno, der als Spaßvogel nichtsdestotrotz ein großer Sympathieträger ist. Philipp Bürger füllte diese Rolle bestens mit Leben – ebenso wie Jonathan Lehmkuhl jene des Tamino.

Besonders erstaunlich war dabei, wie gut die jungen Sänger ihre Soli absolvierten. Die Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ machte dabei genauso Freude wie Taminos Hilferuf bei der Begegnung mit der Schlange, Papagenos Selbstbeschreibung als „Vogelfänger“ oder sein berühmter Wunsch nach einem „Mädchen oder Weibchen“.

Stimmstark und mutig traten auch die beiden weiblichen Hauptfiguren vor das Publikum: Miriam Bürger in der Rolle der Tamina und Paulina Frebel als Papagena. Dazu kamen Alexander Hollstein als der gar nicht so finstere Sarastro, Pauline Dörr als Monostatos und Julia Schulte-Beckmann als Diener.

Ilona Bürger und Anke Kern hatten die Kinder der beiden Chöre zudem in Vögel und Diener, drei Damen und drei Knaben verwandelt und so auch den Augen der Besucher einiges geboten. Die Vögel sangen fröhlich und flatterten durch das bis in die hinteren Reihen mit Eltern, Großeltern und Geschwistern gefüllte Kirchenschiff. Doch es brauchte nicht die persönliche Beziehung zu den Akteuren, um Freude an dieser Aufführung zu haben. Der lange Beifall galt am Ende auch Werner Schröder und Stefan Lehmkuhl am Piano, die mit ihren vier Händen nicht weniger als ein ganzes Orchester hatten ersetzen müssen.

Nach dem großen Konzert in St. Matthäus warteten noch zwei weitere Aufführungen auf die jungen Akteure, die sicherlich auch in den von ihnen besuchten Grundschulen für leuchtende Augen sorgten.

von Thomas Krumm

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