SDA-Chef Biroth: Mehr erhofft / Grüne: In Feierstimmung / Linke: Zufrieden

Vormann: Hollstein kann nicht mehr machen, was er will

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Eigentlich waren die Grünen auf eine Wahlparty gar nicht vorbereitet – doch dann plünderten sie kurzerhand die Sektvorräte im nahegelegenen Wohnhaus von Oliver Held und ließen im Ratssaal die Korken knallen.

Altena - Die CDU Altena verliert die absolute Mehrheit im Rat der Stadt. Statt 16, wie im Jahr 2009, errangen die Christdemokraten gestern nur 15 Mandate. Ein Direktmandat fiel an die SPD. Sie hat damit erneut neun Sitze im Rat.

Wahlgewinner sind die Grünen, die sich prozentual zwar nur um 1,25 Prozent steigern konnten, aber jetzt mit vier, statt wie bisher drei Mitgliedern im Rat vertreten sind. Die FDP büßte 3,45 Punkte ein und halbierte sich auf ein Mandat. Die SDA schaffte 3,84 Prozent und damit eins statt wie bisher zwei Mandate. Die Linken erzielten 4,80 Prozent und verdoppelten sich auf zwei Ratsmandate.

Mit 69,82 Prozent kratzte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein an einer unaufgerundeten Sieben vor dem Komma und schlug SPD-Herausforderer Christian Gosch (30,18 Prozent) deutlich. Der gratulierte: „Glückwunsch, viel Erfolg und viel Kraft für ihr Amt! Die Stadt kann es gebrauchen.“ Seinen Wahlkampf bewertete er so: „Wir haben es wohl geschafft, über das Thema Finanzen und Konsolidierung wieder offen und ehrlich zu reden.“ Das Thema Stärkungspakt und Sparkommissar habe sich aber wohl nicht als gutes Wahlkampf-Thema erwiesen. Wenn er gefragt würde, könne er sich durchaus vorstellen, in sechs Jahren noch einmal als BM-Bewerber in Altena anzutreten.

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein: „Ich bin glücklich und zufrieden mit einem Ergebnis, das ich in Nuancen gegenüber dem vergangenen Mal noch verbessern konnte.“ Der Bürger sei mündig, das leite er aus dem sehr differenzierten Abstimmungsverhalten bei den Europa-, Kreistags-, Rats- sowie Landratswahlen ab. „Dieses Ergebnis ist Ansporn für die nächsten sechs Jahre. Für dieses immense Vertrauensvotum bedanke ich mich bei allen Altenaern. Ich verneige mich demütig und werde hart arbeiten.“ Kritik in Richtung SPD gab es aber auch: Er begrüße außerordentlich, dass der Bürger die Vorwürfe der vergangenen Tage, er habe in Düsseldorf die Altenaer Dinge schlecht verhandelt, als „totalen Kokolores“ entlarvt habe. Ein Schock sei für ihn das Abschneiden der Rechten auf Europaebene. „Das ist eine Niederlage aller Demokraten.“

Christel Voßbeck-Kayser, CDU: „Die Altenaer wissen, was sie an Dr. Andreas Hollstein haben.“ Auf Ratsebene freue sie, dass die Newcomer, Christian Klimpel und Daniela Simon, auf Anhieb ein Direktmandat errungen hätten.

Thomas Schmitz, SPD: „Christian Gosch war ein offener, kompetenter und fairer Kandidat. Das ist ein respektables Ergebnis. Lutz Vormann, SPD-Landrats-, Rats-, und Kreistagskandidat, fuhr scharfe Geschütze gegen Hollstein auf. Er könne jetzt nicht mehr machen, was er wolle. „Die SPD lässt sich nicht mehr zur Schlachtbank führen.“ Sein persönliches Abschneiden am Ort stelle ihn als Landratskandidaten nicht zufrieden. „Doch wir haben auf Kreisebene eine Stichwahl erzwungen.“

Andreas Michel, Linke: „Wir sind zufrieden.“

Bernhard Diel, FDP: „Wir sind enttäuscht, der Euro-Trend schlug durch.“ Die konstruktive Politik auf Kreis- und Ortsebene sei nicht vom Bürger honoriert worden.

Ulrich Biroth, SDA: „Wir haben Frust und uns deutlich mehr erhofft.“

Dr. Rita Rüth, Oliver Held, Grüne: Ihre Partei sei offenbar die einzige, die in Feierstimmung sei. Held: „Wir können nicht alles falsch gemacht haben.“ Die Personalauswahl habe sich bestätigt. Die Grünen freute besonders das Ergebnis „bei noch gesteigerter Konkurrenz.“

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