Arjen Baaijens: „Stilles Holz“ zu neuem Leben erweckt

Der ursprüngliche Charakter des Holzes, ob Fundstück aus dem Wald oder vom Strand, soll möglichst unverändert bleiben. -

ALTENA -   „Meine Kunst muss einen Zweck haben“. Diesen Standpunkt vertritt Arjen Baaijens. Das galt auch, als Töchterchen Lonneke sich ein Pferd zum Voltigieren wünschte. Für ein echtes reichte das Taschengeld nicht, also baute der Papa ein großes, stabiles aus Lärchenholz.

Von Silvia Sauser

Inzwischen „weidet“ eine ganze Pferde-Herde auf dem Grundstück des Niederländers. Damit und mit anderen Objekten war er als Aussteller nicht nur auf der „Landpartie“ in Schloß Wocklum vertreten, sondern auch auf dem Balve Optimum.

Erst im Mai diesen Jahres hat sich Baaijens selbständig gemacht. Der gelernte Schreiner und Tischler wollte schon immer „sein eigenes Ding“ machen. Nach zwei schweren Arbeitsunfällen zog es ihn nicht mehr zurück an den sicheren Arbeitsplatz in einer Schreinerei, sondern er wagte, ermutigt von Ehefrau Bionda van Corler, den Schritt in die Selbständigkeit.

„Mir tat es immer leid, wenn ich ein besonders schönes Stück Holz zersägen musste. Ich hatte immer so viele Ideen, was ich daraus hätte machen können“, beschreibt er den Zwiespalt als „Angestellter“ und Künstler.

Unter dem Begriff „Waldkunst“ bietet Baaijens nun Objekte an, in denen das Holz weitestgehend unbehandelt bleibt. Aus einem jahrzehntealten Stück Eichenholz wird, mit einem Fuß aus Stein und einer Glasplatte, ein individueller Tisch. Oder eine Lampe - oder ein Hocker. „Am liebsten verwende ich Eichenholz, das lange im Wald gelegen hat. Es fault von außen nach innen weg, das Kernstück ist sehr hart und besonders schön. Ganz anders als Buche. Da bleibt nach sieben Jahren nichts mehr übrig.“ Aber auch Treibholz haucht der „Dutch Artist“ neues Leben ein – er sammelt es in Frankreich. Demnächst wird er auch Möbel bauen, nach ganz persönlichen Wünschen. Er ist vielseitig, ihn reizen neue Aufgaben.

Auch in seinem, natürlich überwiegend selbst gebauten Haus in Evingsen finden sich seine Kunstwerke, die absolut alltagstauglich sind. Denn hier toben auch zwei Kinder und ein Hund herum.

Einen gewissen Witz habendie Arbeiten des Niederländers auch: Das Kabel einer Lampe aus „stillem Holz“ ist mit einem groben Hanfseil „verkleidet“, so wirkt das ganze Objekt besonders rustikal.

Im Garten liegen kugelförmige, vom Zahn der Zeit durchlöcherte Holzstücke, teilweise fast 100 Jahre alt, vor der Haustür stehen seltsam geformte Äste, die das Meer glatt geschliffen hat. „Ich möchte dem Holz Eleganz und Wertigkeit verleihen, ohne Form und Struktur zu sehr zu verändern“, sagt Baaijens, der bereits als Kind gern gewerkelt hat.

Und die eigenen Kinder, haben sie seine Leidenschaft für Wald und Holz geerbt? „Jerome liest und schreibt lieber, Tätigkeiten, die ich nur widerwillig erledige. Aber Lonneke hat gute Ideen und gibt Objekte, die ihr besonders gut gefallen, in Miniaturausgabe für ihr Zimmer bei mir in Auftrag.“

Anschauen kann man die Arbeiten des Holzkünstlers auf der Internetseite www.waldkunst.eu oder direkt in seinem Atelier und der Werkstatt Auf dem Brink.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare