Stiller letzter Tag in der Stadtgalerie

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Die letzten zwei Stunden des offiziellen Galeriebetriebs waren einsam für die ehrenamtliche Aufsicht.

Altena -  Die ehrenamtliche Aufsichtskraft der Stadtgalerie kam am Samstag mit ihrem Roman gut voran: Abschiedsbesucher gab es keine, die noch mal einen Blick auf Lena von Gödekes Ausstellung werfen wollten. Seit Samstag ist der Betrieb im Haus Köster-Emden eingestellt.

Donnerstag hatte sich noch eine Besucherin im Gästebuch verewigt. Ihre Signatur ist das letzte Lebenszeichen aus der zehnjährigen Geschichte des Galerievereins. Mit seiner Auflösung endet die Möglichkeit, im Haus Köster-Emden Kunst zu zeigen. Es sei denn, es finden sich Menschen, die sie auf eigene Verantwortung anmieten – so, wie es der Halveraner Künstler Hans-Peter Clever mit dem ehemaligen Schlecker-Ladenlokal macht.

Bildende Kunst in der Innenstadt wird es weiterhin geben. Ursula „Ülle“ Buschmann und Christoph Schulz alias Antek halten mit ihren Ateliers und angeschlossenen Galerien der Malerei im Stadtkern die Treue. Möglichkeiten zur Ausstellung bietet Künstlern zudem das großzügige Foyer des St. Vinzenz Krankenhauses und auch in der Stadtbücherei können kleinformatige Werke öffentlich präsentiert werden.

Die Werkstatt, letzter Gastgeber einer Ausstellung im Hause Köster-Emden, zeigte sich bei der Vernissage der Ausstellung von Lena von Gödeke zuversichtlich: „Unsere Arbeit endet mit der Schließung der Galerie nicht“, betonte Kassierer Roland Balkenhol und erklärte, dass der Verein sich andere Räume zur Ausstellung suchen werde. Die Werkstatt war einer der frühesten Nutzer der Galerie: Zwei Jahre nachdem die Stadt das Gebäude gekauft hatte, um dort einen Raum für bildende Kunst zu schaffen, zog der erste „Werkstatt“-Stipendiat Jochen Slawitzki mit einer Ausstellung dort ein. Viele der 35 Jungkünstler, die im Laufe der Jahre dazu stießen, folgten seinem Beispiel.

Abhängig gemacht hat sich die Werkstatt aber nie vom Haus Köster-Emden: Für Künstler wie Caroline Bayer oder Uta Siebert wich man auch auf die ehemalige Grundschule Knerling oder das alte Graetz-Verwaltungsgebäude aus.

Von Ina Hornemann

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