Abriss wegen gravierender Mängel wohl unausweichlich

Berg-Bauruine im Bungern: Einigung gescheitert - vier Unternehmen verklagt

Seit gut zwei Jahren gammelt der Rohbau vor sich hin.

Altena - Die Berg-Stiftung hat die wesentlichen am Neubau im Bungern beteiligen Unternehmen auf Schadensersatz verklagt. Das sagte Olaf Berg am Montag, 10. September,  in einer Sitzung des Stadtrates. Der Kuratoriumsvorsitzende geht davon aus, dass der seit über zwei Jahren ruhende Rohbau wegen gravierender Baumängel abgerissen werden muss.

Von der Klage betroffen sind ein Architekturbüro, das für den Rohbau zuständige und inzwischen insolvente Bauunternehmen, der Prüfstatiker und der Projektcontroller. 

Die Zusammenarbeit mit diesen Firmen sei beendet, erklärte Berg. Einen neuen Architekt habe die Stiftung bereits beauftragt, es sei aber fraglich, ob der eine Sanierungsmöglichkeit sehe. Außerdem habe wohl niemand mehr Vertrauen in diesen Baukörper.

Von der Bauruine gehe keine Gefahr aus, beruhigte Berg die Politiker. Werde aber Estrich, Putz und anderes, tonnenschweres Material in die beiden Gebäudekomplexe eingebracht, dann könnte deren Statik überstrapaziert werden. 

Wie berichtet, waren bei der Abnahme des Rohbaus Mängel festgestellt worden. Nach und nach stellte sich heraus, dass bei der Bewehrung, also beim Einbringen des Baustahls, erhebliche Fehler gemacht wurden.

Klage beim Landgericht in Hagen eingereicht

Das sähen auch die jetzt Beklagten so, sagte Berg. Allerdings seien sämtliche Versuche gescheitert, abseits des Klageweges mit ihnen zu einer Einigung zu kommen. Deshalb habe die Stiftung im Sommer beim Landgericht Hagen Klage eingereicht.

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„Wenn man spricht, hat man gewonnen. Ich konnte lange nicht sprechen“, sagte Berg zu den Kommunalpolitikern und spielte damit darauf an, dass ihm die Anwälte während der Vergleichsverhandlungen von öffentlichen Äußerungen abgeraten hätten. 

Projekt "Wohnen am Bungern" erfolgreich abschließen

Nach wie vor sei es Absicht der Berg-Stiftung, das Projekt „Wohnen am Bungern“ erfolgreich abzuschließen, sagte Berg und dankte Stadt und Sparkasse dafür, dass sie diesen Weg bisher mitgehen.

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Vieles hänge jetzt aber davon ab, wie das Gerichtsverfahren ausgehe. Nach Rücksprache mit Juristen sehe er zwar gute Chancen, dass die Stiftung den Prozess gewinnen werde. Fragen nach einer möglichen Zeitschiene konnte er aber nicht beantworten. Abzuwarten bleibe, ob dem Gericht von der Stiftung vorgelegte Gutachten ausreichen oder ob zusätzliche Sachverständige beauftragt würden.

Entschuldigung insbesondere bei den Nachbarn

„Im Moment gehe ich davon aus, dass der Baukörper ein Beweismittel ist“, sagte der Nachfahre des Altenaer Unternehmers Fritz Berg, der die Stiftung gegründet hatte. Ausdrücklich entschuldigte Berg sich bei Altenas Bürgern und insbesondere den Nachbarn. 

Auch die Mieter (zehn der 19 Wohnungen waren beim Baustopp schon vergeben) täten ihm „unendlich leid.“ Die Kommunalpolitik reagierte betroffen: „Ich hoffe, die Stiftung übersteht das einigermaßen schadlos“, sagte Uwe Kober (CDU). 

Das Interesse an den Wohnungen habe gezeigt, dass ein solches Objekt in der Innenstadt gebraucht werde. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein sprach von einer „denn Bürgern auf den Nägeln brennenden Situation“.

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