Arbeiten auf der Burg

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Nora Samhouri vor einem der historischen Kamine auf Burg Altena. ▪

ALTENA ▪ Nora Samhouri hat schon immer davon geträumt, einmal auf einer Burg zu leben und dort zu arbeiten. Diesen Traum kann sie sich jetzt erfüllen. Die gebürtige Münchnerin wird als Praktikantin im Rahmen eines freiwilligen Jahres der Stiftung Denkmalschutz ein Jahr auf der Feste arbeiten und im Rahmen ihres Studiums der Germanstik und Geschichte Restaurator Holger Lüders unterstützen.

Burgen und Schlösser kennt die junge Frau aus ihrer Heimat Bayern natürlich zur Genüge. Doch nun ist sie froh über die Chance, ein wissenschaftliches Praktikum zu absolvieren. Das sei für sie so etwas wie ein kleiner „Rundumschlag“ sagt sie. Denn die Münchnerin, deren Vater aus Jordanien stammt, wird auch in Wocklum und im Deutschen Drahtmuseum arbeiten.

„Wenn ich ehrlich bin“; sagt Samhouri im Gespräch mit unserer Zeitung, „habe ich vorher von der Burg Altena noch nie etwas gehört“. Sie habe dann, um eine Praktikantenstelle irgendwo in Deutschland zu erhalten, im Internet recherchiert, sei dabei auf die Burg Altena gestoßen. „Das Foto der Burg hat mir echt gut gefallen.“ Und als sie dann noch von der Weltjugendherberge las, habe ihr Entschluss festgestanden. Altena soll es sein.

Und Altena wurde es dann auch. Sie bewarb sich und erhielt umgehend eine Zusage. „Das erste, was ich von Altena sah, als ich mit dem Zug anreiste, war die Burg“, sagt die Praktikantin. „Oben auf dem Berg sah sie gewaltig aus. Ich wusste sofort, dass ich mich richtig entschieden habe“.

Eine Mischung aus „Theorie und Praxis“ wünscht sich die Praktikantin. Die wird sie definitiv kriegen. Und zwar von Holger Lüders, dem zuständigen Restaurator für die Burg, die Luisenhütte und das Drahtmuseum. Er hat sie schon eingestimmt auf das, was sie in ihrem Praktikumsjahr in Altena erwartet. „Nora begleitet mich bei meiner täglichen Arbeit“, sagt Lüders. „Sie ist sehr auffassungsschnell, flexibel und handwerklich geschickt“. Aus diesem Grunde vertrautet ihr Lüders auch den Bau von Buchstützen an, die seltene Buchausgaben vor dem „Umfallen“ schützen sollen. Darüber hinaus beschäftigt sich Samhouri derzeit mit der Grafiksammlung der Burg Altena. Diese Sammlung wird völlig neu geordnet. Die Aufgabe der Praktikantin besteht darin, die historischen Exemplare zu katalogisieren und von einem Profifotografen ablichten zu lassen. Darüber hinaus bereitet sie die Präsentation dieser Stücke vor. Das alles geschieht unter der fachlichen Anleitung Lüders.

Das freiwillige Jahr, welches Samhouri jetzt absolviert, steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Samhouri kann ihre Arbeitsstellen – Burg und Drahtmuseum – fußläufig erreichen. Innerhalb weniger Minuten ist sie vor Ort. Die Stadt erkundet hat sie auch schon. Zumindest teilweise. Und dabei ist ihr schon jetzt etwas aufgefallen: „Die Sauerländer sind ja gar nicht so stur, wie immer behauptet wird. Die Bayern sind viel schlimmer“, schmunzelt sie.

Ihre Hobbys sind Lesen, Reisen und Mallakhamb. Dabei handelt es sich um eine indische Sportart, die an hängenden Seilen ausgeführt wird. Was sie am liebsten tut: Basteln. Und es gibt wahrscheinlich niemanden, der sich mehr darüber freut, als Restaurator Holger Lüders. Denn es ist durchaus denkbar, dass Samhouri im Laufe des Praktikums auch einmal an der Restauration eines musealen Exponates mitwirken kann. Für sie sicherlich ein Gewinn. Für Lüders aber auch. ▪ Von Hartwig Bröer

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