Tabletkurs beim Stellwerk

Technologien für Senioren: Mit spitzen Fingern übers Tablet

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Dennis Becker zeigt Senioren den Umgang mit dem Tablet

Altena - Tipp, tipp, wisch und nichts passiert: Das Tablet vor Karin Kapfer will nicht so wie sie. Eine eigene E-Mail-Adresse einrichten – so lautet die Aufgabe, die Dennis Becker seinen Schützlingen diesmal gestellt hat. Manchen Teilnehmer des ersten Tabletkurses für Senioren beim Stellwerk bringt das erkennbar an seine Grenzen.

Trotzdem gibt Karin Kapfer nicht auf. Zum Kurs kommt sie, weil sie „null Ahnung“ hat, wie sie sagt. Dass das nicht stimmt, stellt sich schnell heraus: Ein Smartphone hat sie nämlich, sie nutzt es nicht nur zum Telefonieren, sondern tauscht sich über WhatsApp auch mit Turnschwestern aus. Nur dieses Internet, das sei doch sehr verwirrend, sagt sie – „ich komme mir hier manchmal schon sehr verloren vor“.

Aber sie will mitreden können und geht deshalb zweimal pro Woche zur freiheit26. In der Begegnungsstätte an der Freiheitstraße wird dienstags unterrichtet, donnerstags können die Teilnehmer ausprobieren, was sie gelernt haben – freies Training sozusagen. Einer großzügigen Spende eines Altenaers ist es zu verdanken, dass der Kurs überhaupt zustande kommen konnte: „Er stellte dem Stellwerk aus Anlass seines 70. Geburtstags 1000 Euro zur Verfügung“. berichtete Dorothee Isenbeck, die Becker assistiert. Damit konnten die Tablets angeschafft werden, mit denen jetzt der Unterricht erteilt wird.

 Einschalten, ausschalten, über den Bildschirm wischen, Texte tippen – damit fing vor vier Wochen alles an. Dann ging es weiter mit den Apps, die es zuhauf gibt und die unterschiedlichsten Dinge ermöglichen: Mit der Kamera-App kann man fotografieren, über die App come on findet man die wichtigsten AK-Nachrichten aus Altena und „Angry Bird“ ist nicht nur ein lustiges Spiel, sondern wird von Isenbeck und Becker auch aus pädagogischen Gründen empfohlen: Das Wischen und Tippen auf dem Touchscreen lernt man ganz nebenbei, wenn man mit der Zwille auf die Schweinchen schießt...

 Trotzdem packt mancher Teilnehmer sein Tablet auch am vierten Kurstag noch mit spitzen Fingern an und hat erkennbare Probleme, Beckers Anweisungen zu folgen. Am Ende hat sie aber jeder, die eigene gmail.com- Adresse und damit auch ein Googlekonto, das man braucht, um im Playstore Apps herunterzuladen und das Tablet nach seinen eigenen Bedürfnissen einzurichten. Noch sind das böhmische Dörfer für die meisten der Senioren – aber das wird schon noch in den zwei noch verbleibenden Wochen. Dann ist der Kurs zuende und es beginnt der nächste Tabletkurs für Senioren – auch der ist bereits ausgebucht.

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