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Stellen nicht besetzt: Die Arbeit im Rathaus bleibt liegen

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Von: Thomas Bender

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Tanja Jäker ist die Personalchefin im Altenaer Rathaus.
Tanja Jäker ist die Personalchefin im Altenaer Rathaus. © Johannes Bonnekoh

Nicht nur viele Firmen und Handwerker suchen händeringend Mitarbeiter. Auch in den Verwaltungen fehlt es an Personal.

Sieben Stellen hat Altenas Stadtverwaltung zurzeit ausgeschrieben – und dabei sind die Vakanzen auf der Feuer- und Rettungswache noch nicht einmal mitgezählt. „Notfallsanitäter und Brandmeister suchen wir fortlaufend“, sagt Tanja Jäker, die Personalchefin im Rathaus.

Sieben Stellen, zwei davon für Halbtagskräfte – das klingt nicht nach besonders viel. Allerdings arbeiten in der Verwaltung nur rund 100 Beamte und Angestellte. Und ein Blick in die Stellenausschreibungen der Stadt zeigt, das manche Arbeiten liegen bleiben müssen, wenn sich nicht neues Personal finden lässt. Das gilt zum Beispiel für das Stadtarchiv: Monika Biroth geht in Rente. Findet sich kein neuer Archivar (und zwar für eine Halbtagsstelle), bleibt zwangsläufig Arbeit liegen. Das gilt auch für den Bereich Klimamanagement. Die dafür zuständige Mitarbeiterin hat die Stadtverwaltung Ende Januar verlassen, ein Nachfolger ist bis heute nicht gefunden worden.

Meist nur wenige Bewerbungen

Die Zahl der Bewerbungen auf die ausgeschriebenen Stellen sei meistens überschaubar, berichtet Jäker. Teilweise sucht die Stadt monatelang. Schwierig wird es vor allem dann, wenn die Kommune in Konkurrenz zur freien Wirtschaft steht. So wird fürs Bauamt gerade ein Bauingenieur gesucht, der nach TVÖ 12 bezahlt werden soll. Das bedeutet je nach Berufserfahrung ein Bruttoeinkommen zwischen 4700 und 6000 Euro – in der boomenden Baubranche wird deutlich besser bezahlt. Noch unattraktiver wird diese Stelle übrigens dadurch, dass es sich um eine Schwangerschaftsvertretung handelt. Das bedeutet, dass sie zeitlich befristet ist. Außerdem handelt es sich um eine Halbtagsstelle.

Probleme mit der Stellenbesetzung habe nicht nur die Stadt Altena, weiß Jäker aus Gesprächen mit Kollegen: „Das ist in anderen Städten nicht anders.“ Das liege sicher auch am Geld: „Der Mantel des öffentlichen Dienstes ist warm, aber kurz.“ Soll heißen: Sehr sicheren Arbeitsplätzen steht ein verhältnismäßig geringes Gehalt gegenüber.

Stellenplan 2022: Weitere Ausschreibungen vorgesehen

Die sieben offenen Ausschreibungen betreffen übrigens nur Stellen, die im Stellenplan für 2021 enthalten sind. In dem für 2022 ist eine Reihe neuer Stellen enthalten, die ebenfalls alle noch besetzt werden müssen. Ausgeschrieben sind sie bisher noch nicht – aus gutem Grund, erklärt Jäker: Der Stellenplan ist Teil des städtischen Haushaltes, der von der Bezirksregierung genehmigt werden muss. Das ist bisher noch nicht passiert. Die Ausschreibungen würden aber schon vorbereitet und könnten unmittelbar nach der Genehmigung veröffentlicht werden. Gesucht werden dann unter anderem ein Streetworker (halbe Stelle), Außendienstmitarbeiter für das Ordnungsamt und ein Elektriker für das Immobilienmanagement.

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