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„Stellen alles auf den Prüfstand“: Bettina Lugk will Deutschland in Sachen Sport wieder nach vorne bringen

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Von: Hartmut Damschen

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Groß war der Frust bei der deutschen Nationalmannschaft, nachdem das Team bei der WM in Katar jüngst die Heimreise bereits nach der Vorrunde antreten musste. Bettina Lugk sieht aber nicht nur die Leistungen der deutschen Elite-Kicker, sondern auch des Olympiateams kritisch.
Groß war der Frust bei der deutschen Nationalmannschaft, nachdem das Team bei der WM in Katar jüngst die Heimreise bereits nach der Vorrunde antreten musste. Bettina Lugk sieht aber nicht nur die Leistungen der deutschen Elite-Kicker, sondern auch des Olympiateams kritisch. © Federico Gambarini

Um das unrühmliche Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar, die Situation im Sport allgemein und über die Sachlage im Spitzensport ging es jetzt bei einem Besuch der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Bettina Lugk in ihrem Wahlkreis (Märkischer Kreis II).

Die Nachfolgerin von Dagmar Freitag, seit 2021 Mitglied des Sportausschusses und seit 2022 stellvertretende sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sprach dabei Klartext.

Dass da einiges im Argen liegt, sei unübersehbar. Nicht nur bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sei das erkennbar gewesen, sondern auch bei den Olympischen Sommerspielen in Japan. Der Bund würde nun in einer Kommission Maßnahmen gegen den Rückgang der sportlichen Erfolge überlegen und beschließen. Der Profi-Fußball nehme dabei eine gesonderte Stellung ein: Er reguliere und finanziere sich hauptsächlich über die Werbeträger. Doch der Breitensport müsse gezielt unterstützt werden. Lugk unterstrich: „Ohne Spitzensportler fehlt es dem Breitensport an Vorbildern.“

Frühzeitige Förderung als Ansatz

„Der Athlet gehört in den Mittelpunkt des Sportes“, betonte Bettina Lugk weiterhin. „Doch wie schaffen wir es, Talente zu erkennen?“, fragte sie weiter. Ein Ansatz könne die sehr frühzeitige Förderung in Schulen und Vereinen sein. Schon die Sportlehrkräfte in den Schulen sollten Talente erkennen und in die Vereine empfehlen. Dort könnten die jungen Menschen aufgefangen, begleitet und weiter gefördert werden. Lugk versprach: „Wir stellen alles auf den Prüfstand. Auch die sportlichen Stützpunkte (Landes-, Bundes- und Olympiastützpunkte) in der bisherigen Form. Heute werden die Jugendlichen aus ihrem gewohnten Umfeld der Familie, aus ihrem Freundeskreis und aus ihrer Schule herausgenommen und wir wissen nicht, wie sie damit klar kommen. Die Schwimmkompetenz nimmt immer mehr ab. Sicher hat Corona auch damit etwas zu tun, doch das ist nicht das ursächliche Übel“. Am 25. Januar würde der Sportausschuss tagen und beraten, wie das Bewusstsein über solche Defizite gestärkt werden könne.

Dass die sportliche Förderung in würdiger Form erfolgen muss, sei Lugk vollkommen klar. Als warnendes Beispiel erwähnte sie: „Ich habe Menschen kennengelernt, die noch heute unter den Folgen des Staatsdopings der DDR leiden.“ Auch die sportliche Integration von Flüchtlingen wurde thematisiert. Der Status eines Flüchtlings verhindere oder ermögliche die Ausübung eines Sportes. Da herrsche Handlungsbedarf und es müssten Regeln her. Ähnlich wie im Arbeitsleben, wo der Fachkräftemangel Möglichkeiten biete.

Deutschland „ist sportpolitisch abgehängt“

Auch zu einer möglichen Olympia-Bewerbung Deutschlands für 2036 äußerte sich Lugk: Immer wieder sei zuletzt auch der DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) in der Diskussion in negativer Betrachtung erwähnt worden, Thomas Bach (ehemaliger DOSB-Präsident und seit 2013 Vorsitzender des Internationalen Olympischen Komitees) dabei als Reizfigur besetzt. Sportpolitisch sei Deutschland abgehängt. Eine Ausrichtung von olympischen Wettbewerben in unserer Region würde jedoch Stand jetzt schwierig werden, mangele es doch an der nötigen Infrastruktur.

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