Steigende Nachfrage nach Stadtführungen

Ursula Rinke in historischer Tracht. Die Stadtführerin liebt es, Altena und seine Besonderheiten vorzustellen.

Altena -  Mit den steigenden Besucherzahlen der Burg und der bis jetzt vieltausendfachen Aufzugsnutzung erfreuen sich auch die Stadtführungen immer größerer Beliebtheit. „In den vergangenen Wochen überschlagen sich die Anfragen regelrecht“, sagt Ursula Rinke, Initiatorin der Führungen durch die Burgstadt. So musste kürzlich gar eine Anfrage abgelehnt werden.

Von Sebastian Berndt

Dabei sei das Interesse mit der Eröffnung des Burgaufzuges keinesfalls sprunghaft angestiegen, erläutert Rinke. Vielmehr hätte es eine geringe, aber kontinuierliche Steigerung der Nachfrage gegeben. Erst in den vergangenen Wochen habe das Interesse schlagartig zugenommen. „Ich hoffe, das wird sich so fortsetzen“, sagt Rinke. „Ich finde, der Burgaufzug hat viel Leben in die Stadt gebracht.“

Aber auch die verschiedenen Führungen würden unterschiedlich stark gebucht. Besonders beliebt seien derzeit der Gang „Von Burg zu Burg“ und „Kurioses aus alter Zeit“.

Nur sehr schleppend liefen in diesem Jahr dagegen die Stadtführungen für Kinder. „In den meisten Fällen waren das bisher dritte und vierte Klassen der Altenaer Grundschulen“, so Rinke. Sie vermutet, dass viele neu eingestellte Lehrer das Angebot noch nicht kennen. Dabei würden sich die beiden darauf spezialisierten Stadtführer einiges einfallen lassen, um den Kindern nicht nur die Vergangenheit Altenas näher zu bringen, sondern sie auch zu unterhalten. „Wir verkleiden uns und zeigen kleine Spielszenen der Geschichte“, erklärt Rinke. So poltert etwa der Stadtbaurat Hermann Bolle gegen die Altenaer, die im frühen 20. Jahrhundert noch ihr Kleinvieh auf den Straßen rumlaufen ließ.

Für Schulklassen kostet ein Rundgang mit zwei Stadtführern 1,50 Euro pro Kind. Zwei erwachsene Begleiter könnten kostenlos teilnehmen. Für die Führung wird aber ein Mindestbeitrag von 35 Euro erhoben.

Vor 14 Jahren entschloss sich Ursula Rinke das Programm der Stadtführungen ins Leben zu rufen. Mittlerweile zeigen acht ehrenamtliche Führer Besuchergruppen die schönsten Ecken der Burgstadt und erklären ihnen die Geschichte.

„Manchmal ist es auch anstrengend und man muss sich wirklich aufraffen, aber sobald ich den ersten Satz gesagt habe und dann noch eine nette Gruppe habe, macht es wieder unglaublich Spaß“, sagt Rinke.

Die für dieses Jahr letzte öffentliche Stadtführung findet am Sonntag, 5. Oktober, statt. Auf dem Spaziergang durch die Innenstadt erzählt Stadtführerin Jutta Klinke „Kurioses aus alter Zeit“ Man erfährt, wie sich um 1900 ein Bauherr gegen den Baurat zur Wehr setzte und ein anderer gegen den Willen der Obrigkeit seine Erkerfenster durchsetzte, wo die Bewohner ihren „Kühlschrank“ hatten, wo die „Salatbrücke“ war und warum sie so hieß, warum der Bürgermeister (1829) umziehen musste und das Rathaus nun auf der anderen Lenneseite ist, warum sich der Postbote 1894 nicht mehr zurecht fand und wie ihm geholfen wurde, warum der Zöger Hans Bomnüter eingekerkert wurde und vieles mehr.

Wer Lust hat, der möge sich am Sonntag um 17 Uhr am „Splenterrölleken“ einfinden. Die Teilnahme kostet 3 Euro pro Person, für Kinder 1,50 Euro.

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