Steampunk auf der Burg: Es lebe die industrielle Revolution!

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Stilecht mit viel Technik ausgestattet kamen die Besucher.

Altena –1200 Besucher erlebten auf der Burg eine Zeitreise der besonderen Art - mit Zahnrädern, Magie und echten Schlangen zum Anfassen.

Rauchende Schlote konnten die etwa 1200 Besucher am Sonntag auf Burg Altena erleben. Allerdings nicht jene großen Schornsteine, die das Zeitalter der Industrialisierung begleiteten, sondern kleine Ableger, die auf einen Hut passen. 

Das 19. Jahrhundert als Orientierungspunkt einer kulturellen Bewegung, die aus dem Dampfzeitalter ihre ästhetischen Inspirationen zieht: So ließe sich das zusammenfassen, was die Spaßvögel des sogenannten „Steampunk“ zu ihrem Hobby gemacht haben. 

Aus Wasser werde Wein

Entsprechend prächtig präsentierten sich die „Steam Companions“ aus Belgien und der Dampfzirkus Papenburg aus dem Emsland, der eine ganze Reihe von fantastischen Maschinen mitgebracht hatte. Eine davon konnte aus Wasser Wein und andere Alkoholika zaubern. Die Zuschauer diskutierten durchaus, ob sie die Wandlung eher aufgeklärt und naturwissenschaftlich oder in der Tradition einer berühmten Wundergeschichte der Bibel deuten wollten.

In einem Behälter nicht weit von diesem geheimnisvollen Fass entfernt befand sich ein Außerirdischer, dessen Gehirn so groß war, dass es nicht mehr in seinen Schädel passte. Gerüchten zufolge war dieser Alien maßgeblich an der Ausarbeitung vieler genialer Ideen beteiligt, die sich im Burghof tummelten. 

Schweißerbrillen und laufende Zahnräder am Revers

Wie einst bei Jules Verne machten die Spekulationen und fantastischen Erzählungen vor allem Spaß. Mehr noch als die Maschinen, unter denen besonders aufgemotzte Segways und ihre Verwandten auffielen, zogen die höchst aufwändig gestylten und verkleideten Steampunker die Blicke auf sich: Ihre Accessoires waren Schweißerbrillen, Zylinderhüte oder funktionstüchtige Zahnräder, die sich auf der Kleidung drehten.

Steampunk-Fest auf der Burg Altena

Dazu gab es – frei nach den Mustern des viktorianischen Zeitalters – schwarze Reifröcke für die Damen und feine, ebenfalls zumeist schwarze Anzüge für die Herren. Angesichts solch aufwändiger Kleidung traf es sich gut, dass die Temperaturen angenehm kühl blieben. 

Magisch und royal

Wer sich satt gesehen hatte an den herrlichen Gestalten aus dem 19. Jahrhundert, konnte sich einer Führung durch die Burg anschließen, das Spielareal der „Aviator Crew“ aus den Niederlanden besuchen oder Peter Rieckes Einführung ins 19. Jahrhundert erleben. Seine „Laterna Magica“ zeigte Aspekte einer humorvollen, medizinischen Fachkunde und ausgewählte Kapitel aus der Geschichte der Zeppeline, deren Aluminium bekanntlich aus Werdohl kam.

Dazu gesellte sich das royale und politische Personal des deutschen Kaiserreichs, das die Besucher erraten durften. Und es fiel eine Bemerkung, die nur mit dem Datum zu entschuldigen war. Denn Peter Riecke sprach durchweg aus der Sicht des 7. Juli 1910: „Sufragetten – das sind Frauen, die tatsächlich wollen, dass die Frauen Männern gleichgestellt werden sollen.“ 

Wer traut sich an die Schlange?

Spätestens an der von Kindern umlagerten Bühne, auf der Professor Abraxo seine Zauberkunststücke zeigte, wurde deutlich, dass dieser Steampunk-Tag ein Familiensonntag im besten Sinne war. Und dazu gehörte auch das Kuscheln mit einer echten Erd- und Kornnatter aus Nordamerika.

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