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Stau in den Fahrschulen: Prüfungstermine weit im Voraus ausgebucht

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Von: Maximilian Birke

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Fahrschule
In den Fahrschulen gibt‘s Prüfungsstau - zum Frust von Fahrlehrern und -schülern. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Die Fahrschulen kommen kaum an Prüfungstermine, der Stau ist riesig. Das frustriert Fahrlehrer und -schüler gleichermaßen. Fahrlehrer Patrick Persicke aus Altena stellt sich deshalb jeden Freitag den Wecker.

Altena – Fahrschulen in ganz Deutschland beklagen derzeit, dass sie nur sehr schwer an zeitnahe Termine für praktische Fahrprüfungen kommen. Das soll eine Folge des Corona-Lockdowns sein, durch den sich ein regelrechter Prüfungsstau entwickelt hat. In diesem Stau steckt auch Fahrlehrer Patrick Persicke aus Altena fest.

„Ich glaube, da sind wirklich alle Fahrschulen von betroffen“, meint er. Praktische Fahrprüfungen meldet er vier Wochen im Voraus an. Trotzdem könne es passieren, dass er nicht den Termin bekommt, den er gerne gehabt hätte, sondern zwei bis drei Wochen länger warten muss. Das sei natürlich lästig. „Es stört, wenn man zwischendurch nicht so richtig weitermachen kann. Wir waren relativ lange nicht betroffen, aber vor zwei oder drei Monaten hat es langsam angefangen“, schildert Persicke.

Prüfungstermine vier Wochen im Voraus terminiert

Sogar die Theorieprüfungen seien inzwischen von dem Rückstau betroffen. „An Freitagen, wenn die Prüfungskalender online gestellt werden, stelle ich mir extra einen Wecker auf dem Handy“, sagt der junge Fahrlehrer. Um 12 Uhr könne er die ersten Termine buchen. „Sonst gilt nämlich das alte Sprichwort: ,Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben’.“ Auch die Theorieprüfungen werden übrigens schon vier Wochen im Voraus terminiert.

Fahrlehrer Patrick Persicke aus Altena
Fahrlehrer Patrick Persicke aus Altena © Bender, Thomas

Durch den Stau ergibt es sich, dass einige Fahrschüler vor der Prüfung zwei oder drei zusätzliche Fahrstunden nehmen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Wenn sie eine Wartepause einlegen mussten, wollen sie noch einmal trainieren. Dadurch entstehen unter Umständen aber natürlich zusätzliche Kosten.

Nicht nur Corona schuld am Stau

Wo liegen die Ursachen für den Prüfungsstau? „Die Prüfer werden älter und dadurch weniger – und es spielt auch mit rein, dass die Prüfungen länger geworden sind“, zählt Persicke einige Gründe auf. Erst seit Anfang des Jahres gilt, dass eine praktische Prüfung 55 statt wie vorher 45 Minuten dauern soll. Dass der Rückstau allein durch den Corona-Lockdown entstanden ist, glaubt Persicke nicht.

Während des Lockdowns konnten Theorieprüfungen weiter stattfinden. Es könnte also sein, dass viele Fahrschüler ihre theoretischen Prüfungen abgelegt haben und es deshalb jetzt den Ansturm auf die praktischen gibt.

Tüv sollte mehr Prüfungstermine anbieten

Immer wieder kritisiert wurde im Zusammenhang mit dem Prüfungsstau die Monopolstellung des Tüv in Bezug auf Führerschein-Prüfungen. Patrick Persicke hat dagegen grundsätzlich gar nichts einzuwenden, meint aber, dass der Tüv mehr Prüfungskapazitäten schaffen sollte.

Wenn er das nicht könne, dann sollten auch andere Unternehmen zur Unterstützung hinzugezogen werden, um den Stau aufzulösen und wieder mehr Tempo auf dem Weg zum Führerschein möglich zu machen. Er jedenfalls würde sich freuen, wenn es bald wieder etwas flüssiger vorangeht.

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