Statt Schlüsseldienst die Polizei gerufen

ALTENA - Am 20. Januar stand ein 55-jähriger Altenaer vor seiner verschlossenen Wohnungstür. Da das Schloss nicht richtig funktionierte, gelang es dem Mann nicht, die Tür zu öffnen. Anstatt nun einen Schlüsseldienst oder seinen Vermieter zu verständigen, wählte der 55-Jährige die Nummer der Polizei. Mit den Worten: „Ah, ah er sticht mich ab”, gab der Altenaer vor, jemand würde auf ihn losgehen.

Als die Polizeibeamten an der Wohnung des Angeklagten ankamen, waren keinerlei Spuren eines Überfalls zu finden. Der Altenaer klärte die Beamten schließlich auf. Jetzt musste sich der 55-Jährige wegen Missbrauchs von Notrufen und Vortäuschens einer Straftat vor dem Amtsgericht verantworten. Zudem musste sich der Mann dem Vorwurf des Diebstahls stellen. Er soll am 4. November vergangenen Jahres eine Flasche Alkohol im Wert von 18,99 Euro aus den Auslagen eines großen Altenaer Supermarktes entwendet haben. Am Ende verließ der Angeklagte den Saal mit einer Geldstrafe in Höhe von 450 Euro.

Vor Gericht wirkte der Mann, der von einem Betreuer begleitet wurde etwas durcheinander. „Ich weiß, dass ich mir was eingesteckt habe. Mit Sicherheit habe ich die Flasche eingesteckt. Die Flasche hatte ich in der Tasche, und dann ging das piep-piep los”, erklärte der Altenaer bezüglich des Diebstahls. Auch den Missbrauch des Notrufes räumte der 55-Jährige ohne Zögern ein: „Das habe ich ein bisschen theatralisiert. Ich hab mir wirklich keine Gedanken darüber gemacht mit dem Notruf. Ich hab mir gedacht, bevor ich vor meiner Tür stehe und dann nachher noch verhaftet werde, weil ich in meine eigene Wohnung einbreche, rufe ich lieber gleich die Polizei.“

Besonders negativ wirkten sich bei der Urteilsfindung die 23 Vorstrafen des Mannes aus – eine Bewährungsstrafe lief zum Zeitpunkt der jüngsten Taten noch. “Ich akzeptiere das”, ließ der Altenaer das Urteil am Ende sofort rechtskräftig werden.

von Jana Peuckert

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