Stahlarbeiter demonstrieren für ihren Standort

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Mit breiter Brust stellten sich IG-Metall-Mitglieder vor die Reisebusse nach Bochum.

ALTENA - Auf den Weg zu einer Solidaritäts-Demonstration nach Bochum machten sich Freitag, 27. Januar, um 10 Uhr knapp 100 Beschäftigte von ThyssenKrupp VDM der Standorte Werdohl und Altena von der Kleffstraße aus. Die Mitarbeiter der südwestfälischen Werke, zu denen auch noch Siegen zählt, haben Sorge um ihre Arbeitsplätze. Denn VDM plant, die gesamte Edelstahlsparte an das finnische Unternehmen Outokumpu zu verkaufen.

Organisiert war die Protestfahrt von der Gewerkschaft IG Metall und dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Ralf Springob. Er gehört auch der Verhandlungskommission an, die zur Zeit mit Outokumpu Gespräche führt.

Wesentliches Ziel sei es, dass alle Standorte erhalten blieben und dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde, sagte Springob. Ganz ausschließen, dass Arbeitsplätze in den Nirosta-Werken von ThyssenKrupp VDM in Bochum und Krefeld gefährdet seien, könne die Gewerkschaft aber nicht. „Wir möchten schriftliche Garantien erwirken“, sagte Ralf Springob. Im Hinblick auf den Werksstandort in Altena sprach er von „einer guten Belegung“. Aber Veräußerungsabsichten des Konzerns sorgten immer für „mentale Unruhe unter den Kollegen. Dem müssen wir entgegen steuern.“ Zudem seien vertraglich festgehaltene Vereinbarungen, dass auch am Ort weiter investiert werde, nötig und ein deutliches Zeichen für den langfristigen Erhalt des Standortes. An der Kleffstraße sind nach Auskunft des Betriebsrats-Chefs „etwa 350 Kollegen tätig.“ Die Protestfahrt nach Bochum ist für den Mann, der als Betriebsrat in allen südwestfälischen Werken mehr als 1500 Kollegen vertritt, „ein klarer Hinweis, dass wir kampfbereit sind.“ Auch hier gelte das Motto: „Solidarität macht stark“. Dieser Schriftzug blinkte als Button übrigens auf vielen Jacken der mitfahrenden Stahlarbeiter.

ThyssenKrupp VDM erklärte bisher stets, dass sich die Mitarbeiter in Werdohl, Altena und Siegen keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen müssten. Das Unternehmen produziert in Südwestfalen, also auch vor Ort, Hochleistungswerkstoffe, unter anderem für die Raumfahrtindustrie. In diesem Sektor ist Outokumpu bisher nicht tätig.

Bochum und Altena verbinde, so sagte es Springob am Rande, die gemeinsame negative Erfahrung mit Nokia. Deshalb sei man hier an der Lenne auch besonders sensibel. Gäbe es dagegen Verträge, sei kein Vertrauen mehr nötig, die Schriftform decke dann ja alles ab.

von Johannes Bonnekoh

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