„Stählerner“ als Türsteher für Glocks Muskelmänner

+
Marcus Glock im „Schwitzkasten“. -

ALTENA - Von Metropolis oder Smallville ins Rahmedetal ist es nur ein Katzensprung – für Superman allemal. An der Rahmedestraße 75 gibt es einen großen Fan des amerikanischen Superhelden. Marcus Glock residiert zwar nicht wie Clark Kents wahres Ich in der „Festung der Einsamkeit“, sondern im Altenaer Fitnesstreff, aber Superman ist hier allgegenwärtig. So einen Türsteher hat nämlich nicht jeder. Zwei Meter groß ist die vollplastische Superman-Figur aus Fiberglas, die auf jeden Besucher einen energischen Blick wirft. Wie sich der „Stählerne“ wohl fühlt zwischen all den „Muskelmännern“? Von Thomas Keim

Vor zwei Jahren war Marcus Glock in einem Internet-Auktionshaus auf das seltene Stück gestoßen, das wohl für die Promotion eines Superman-Films angefertigt worden war. Der Rest waren ein bisschen Glück beim Bieten, für 600 Euro „Supi“-Enthusiasmus und ein Transportauftrag an eine Spedition.

Die Begeisterung des heute 40-jährigen für den amerikanischen Comic-Helden währt aber schon viel länger; seit Marcus Glocks Kindertagen. „Ich war sechs Jahre alt, als ich das erste Superman-Heft bekam“, erinnert sich der Diplom-Sportlehrer. Sein Vater schenkte es ihm als Dank für‘s Straße fegen. Das war 1975, und es war der Beginn einer lang dauernden Freundschaft. Superman, als Streiter für Gerechtigkeit, war Marcus Glock ganz einfach sympathisch. „Mein Sternzeichen ist Waage, die haben auch einen starken Sinn für Gerechtigkeit“, meint Glock.

Er begann zu sammeln. Für viele Jahre sollte feststehen, wie sein Taschengeld verwendet werden würde: Superman-Hefte, Alben, Taschenbücher, Sonderbände und allerlei mehr, was unter den Fittichen des Stuttgarter Ehapa-Verlages bzw. der amerikanischen Rechte-Inhaber DC auf den Markt kam: Poster, Tassen, Gläser, Figuren, und sogar Zahnbürsten und Kopfkissen. Zu seinen Schätzen zählen die deutsche Erstausgabe der „Gerechtigkeitsliga“, das erste Album „Superman gegen Roter Blitz“ und die Erstausgaben der Taschenbücher. Glocks ältestes „Supi“-Heft stammt aus dem Jahr 1969. Zur Information: Das erste deutsche Superman-Heft der wohl bekanntesten Ehapa-Ära kam 1966 auf den Markt und hat im „Zustand 1“ einen Sammlerwert von 700 Euro.

Was seine Sammlung Wert sein könnt, darüber hat sich Marcus Glock nie Gedanken gemacht. „Es geht mir nur um den ideellen und individuellen Wert.“ Glock, der in seinem Fitness-Studio viel mit Jugendlichen arbeitet, animiert sie dazu, Erinnerungsstücke an die eigene Kindheit und Jugend aufzubewahren und nicht irgendwann wegzuwerfen. „Ich sage ihnen, dass sie in 20 Jahren darüber froh sein werden.“ Der 40-Jährige bewahrt auch zahlreiche andere Erinnerungsstücke auf und bezeichnet sich als „Jäger und Sammler.“ Glock: „Durch das Sammeln identifiziert man seine Persönlichkeit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare