Städtebaulich interessante Situation

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Das Calvinhaus (links) riegelt das Stapelcenter zum Langen Kamp hin ab. ▪

ALTENA ▪ Die bevorstehende Schließung des Kindergartens Freiheit interessiert auch Stadtplaner Roland Balkenhol: Er kann jetzt möglicherweise jene Pläne aus der Schublade holen, die Jutta Gruß-Rinck für den Bereich zwischen Langem Kamp und Stapelcenter geschmiedet hatte. Von Thomas Bender

Die Fachfrau hält eine Umgestaltung dieses Bereichs für dringend geboten, weil der „südliche Stadteingang“ alles andere als einladend ist und vor allem das Stapelcenter darunter leitet, dass es nur eine provisorisch anmutende Anbindung an den Langen Kamp gibt. Im Stadtentwicklungskonzept 2015 macht sie deshalb Vorschläge zur Verbesserung der Eingangssituation, die einen Abbruch des Calvinhauses voraussetzen würden. Das kam für die Stadt bislang nicht in Frage – eben wegen des Kindergartens.

Jetzt werden die Karten möglicherweise neu gemischt: Nach dem Auszug des Kindergartens steht das Gebäude leer, die evangelische Kirchengemeinde hat keine Verwendung mehr dafür. Dazu kommt eine etwas diffizile Vertragslage: Das Calvinhaus steht auf städtischem Grund und Boden, im Erbpachtvertrag ist festgeschrieben, dass dort ein Kindergarten zu betreiben ist.

Noch sei es viel zu früh für eine Stellungnahme, sagt Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier. Er wisse erst seit einigen Tagen von dem bevorstehenden Umzug. Die kirchlichen Gremien müssten sich Anfang des Jahres damit befassen, was jetzt zu tun sei. Fakt sei, dass das Gebäude für die gemeindliche Arbeit nicht benötigt werde und mit dem Auszug eine finanzielle Belastung für die Kirche verbunden sei, sagte der Presbyteriumsvorsitzende.

Ähnlich abwartend die Haltung von Roland Balkenhol: Die sich verändernde Situation mache neue Überlegungen möglich und vielleicht auch erforderlich, sagte er. Dabei geht es auch ums Geld: Bisher hat die Stadt keine Städtebauförderung für diesen Bereich beantragt, weil ja das Grundstück nicht zur Verfügung stand. Ob sich das jetzt ändert? „Wir werden sehen“, sagte Balkenhol auf diese Frage. Zuschussanträge könnten, wenn nötig, noch gestellt werden.

Balkenhols Kollege Uwe Krischer wird heilfroh sein über die jetzige Entwicklung. Eine Zeit lang sah es nämlich so aus, als würden die Johanniter genau den umgekehrten Weg gehen, also die Zwergenburg ins Calvinhaus verlagern. Das hätte zur Folge gehabt, dass ein beachtlicher Teil des Alten Krankenhauses leer gestanden hätte – das wäre fatal gewesen, weil dieses in den 80-er Jahren sanierte Gebäude für die Stadt schon heute eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt – was Krischer als Verwalter des städtischen Immobilienbesitzes natürlich nur allzu gut weiß.

Gut 400 Quadratmeter der Immobilie werden die Johanniter zukünftig nutzen – mietfrei zwar, aber nicht umsonst: Die Bewirtschaftungskosten für den Kindergarten kann die Stadt ebenso in Rechnung stellen wie (anteilmäßig) Gebäudeversicherung, Grundsteuer und andere Nebenkosten. Außerdem sehe der Vertrag vor, dass der Kindergartenträger sich an der Instandhaltung des Gebäudes beteilige, verriet der für die Kindergärten zuständige Fachbereichsleiter Wolfgang Friess inzwischen.

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