Stadtwerke verstärken ihre Marketing-Bemühungen

Ralf Berlet führt Gruppen durch die Staumauer der Fuelbecke.

ALTENA ▪ „Wir sind da. Für Altena“ – mit diesem Slogan gehen die Stadtwerke seit knapp zwei Jahren hausieren. Um ihn mit Leben zu erfüllen, haben sie ihr Marketing in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut – Klappern gehört neuerdings auch bei dem Gas- und Wasserversorger zum Handwerk.

Mal ist es ein Scheck für die Jugendfeuerwehr, ‘mal Jazz-Sponsoring für den Kulturring, außerdem sucht das Unternehmen mehr als bisher üblich den direkten Kontakt zum Kunden. Dazu gehört auch, dass die Stadtwerke in diesem Jahr einen Besucher-Rekord bei den Führungen durch die Fuelbecke-Talsperre verzeichneten. 2011 ließen sich insgesamt rund 230 Gäste durch die Staumauer und das nachgeschaltete Filterwerk führen.

Zehn Gruppen – von der Schulklasse über den Sportverein bis hin zum Frauenkreis – hatten bei den Stadtwerken wegen einer Führung angefragt. Fachkundig begleitet von Ralf Berlet, Leiter Netze, oder durch die Talsperrenwärter Udo Kreinberg und Lothar Brosowski konnten sie dabei den aufwändigen Prozess der Trinkwasseraufbereitung im Detail nachvollziehen.

Ralf Berlet dazu: „Der Laie weiß meistens recht wenig über die Wasseraufbereitung. Umso mehr freut uns das große Interesse und die Neugier, die wir immer wieder bei den Führungen beobachten. Wir tun unser Möglichstes, den Besuchern die komplexen Prozesse und die hohen Qualitätsstandards bei Trinkwasser verständlich zu erläutern.“

Nach der mehrmonatigen Winterpause bieten die Stadtwerke im Frühjahr weitere Führungen an. Interessenten können sich unter der Rufnummer 02352 / 91 84 0 anmelden. Der heimische Energieversorger weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine erneute Steigerung der Besucherzahl aus Kapazitätsgründen wohl nicht möglich sein wird. „Wir hoffen auf eine ähnlich gute Resonanz wie 2011 und werden versuchen, alle Anfragen zu berücksichtigen“, versichert Berlet.

Bei den rund zweistündigen Führungen bekommen die Besucher gezeigt, wie aus natürlichem Rohwasser Trinkwasser gewonnen wird, das höchsten Qualitätsansprüchen genügt. Dazu werden bei der Besichtigung die Filter- und Dosierungsanlagen des geschlossenen Wasseraufbereitungssystems in Augenschein genommen. Ferner steht eine große Schautafel bereit, die den umfangreichen Prozess der Trinkwasseraufbereitung veranschaulicht. Auch die Begehung der Staumauer zähle zu den Höhepunkten einer Führung.

Sehr gut angenommen werden auch die von den Stadtwerken konzipierten Infobroschüren „Trinkwasser aus der Fuelbecke-Talsperre“ im handlichen Kleinformat, welche auch auf der Internetseite der Stadtwerke verfügbar ist. Mit Hilfe von zahlreichen Abbildungen werden darin die wichtigsten Punkte des Aufbereitungsprozesses wie die Oxidation, das Ausflocken oder das Entsäuern kurz und knapp beschrieben. Für manche Besucher sind die Veranstaltungen mit einem Aha-Erlebnis verbunden. „Viele Gäste sind verblüfft darüber, welche komplexen Technologien bei der Speicherung von Wasser und der Umwandlung von Rohwasser in Trinkwasser zum Einsatz kommen“, berichtet Ralf Berlet.

Die Besuchergruppen, die im Sommer an der Talsperre zu Gast waren, konnten auch mitverfolgen, wie die Deckschicht des Vorstaubeckens erneuert wurde. Auf einer rund 200 Quadratmeter großen Fläche – etwa einen Meter über und einen Meter unter dem Wasserspiegel – wurde dazu eine spezielle Bitumen-Schicht aufgebracht. „Das war eine rein präventive Maßnahme“, erklärt Ralf Berlet. „Wir warten nicht bis auf den letzten Drücker, sondern nehmen dies rechtzeitig in Angriff.“

Die Fuelbecke-Talsperre wurde zwischen 1894 und 1897 erbaut, um den Wasserbedarf der örtlichen Industrie zu decken. Die angesiedelten Hammerwerker und Drahtziehereien wurden damals mittels Wasserkraft mit Energie versorgt. Mit dem Wasser der Talsperre konnten sie die dürren Sommermonate überbrücken und ihre Produktion ungehindert fortführen.

Um 1990 wurde die inzwischen der Stadt gehörende Talsperre aufwändig saniert, indem wasserseitig eine so genannte Dichtwand vor die vorhandene Mauer gesetzt wurde – dabei entstand jener Kontrollgang, durch den Berlet und seine Kollegen die Besucher führen. Die Stadt gab die Talsperre nach der Sanierung an die Stadtwerke ab, die seither die dafür aufgenommenen Kredite abbezahlen. In der Talsperre werden 700.000 Kubikmeter Wasser für die Trinkwasseraufbereitung gespeichert. Der jährliche Zulauf beträgt rund 3,5 Millionen Kubikmeter.

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