Stadtwerke senken Gaspreis um gut vier Prozent

ALTENA ▪ „Wir handeln gegen den Trend“  – das betont Marc Bunse, der Geschäftsführer der Stadtwerke, immer wieder. Zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Helmar Roder gab er gestern eine Gaspreissenkung von etwa 4,3 Prozent oder 0,24 Cent bekannt.

Sie tritt zum 1. Oktober in Kraft, ab dann kostet das Gas im gängigen Vollversorgungstarif 5,8 Cent. Bei einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden spart der Kunde 52 Euro im Jahr. Der Gaspreis war zuletzt am 1. Januar gestiegen.

Die Stadtwerke gehen aber noch einen Schritt weiter. Bunse machte seine Ankündigung wahr und präsentierte dem Aufsichtsrat eine völlig neues Tarifmodell. Gas von den Stadtwerken heißt jetzt immer BurgGas, zur Auswahl stehen die Tarife fair, fix und klima.

Neuer Name: BurgGas

BurgGas fair ist im Prinzip nichts anderes als ein neues Dach für die bisherige Tarifstruktur mit Kleinverbrauch-, Heizgas- und Vollversorgungstarifen, die in ihrer bisherigen Struktur bestehen bleiben. Neu ist, dass die Abrechnung jetzt grundsätzlich nach dem Bestpreis-Modell erfolgt. Das taten die Stadtwerke bisher nicht. Ein Kunde, der den Vollversorgungstarif geordert hatte, musste immer auch dafür bezahlen – auch dann, wenn in einzelnen Jahren der Heiztarif der für sie günstigere gewesen wäre.

Neu ist BurgGas fix, mit dem die Stadtwerke dem Beispiel vieler Mitbewerber folgen und einen Tarif mit einjähriger Preisgarantie anbieten. Das kostet 0,14 Cent Aufschlag auf den Normaltarif. Wer sich dafür entscheidet, zahlt ab 1. Oktober 5,94 Cent pro Kilowattstundeund ist bis September 2011 vor Preiserhöhung gefeit.

Klimatarif wird eingeführt

Mit BurgGas klima bedienen die Stadtwerke umweltbewusste Altenaer. Fünf Tonnen CO2 erzeugt der Durchschnittskunde beim Verbrennen seiner 20 000 Kilowattstunden Gas, die Stadtwerke erwerben dafür entsprechende Zertifikate, die von den Betreibern von Wind- und Wasserkraftwerken ausgegeben werden. 25 Prozent der Ausgaben tragen die Stadtwerke, der Rest wird an den Kunden weitergegeben. Der zahlt deshalb für das „Ökogas“ 6,03 Cent pro Kilowattstunde.

Übrigens: Stadtwerkekunden können ihren Gaspreis senken, wenn sie ihre zu erwartende Jahresrechnung im Voraus bezahlen – dann sinkt der Preis in allen Tarifen um 0,24 Euro pro Kilowattstunde. Neukunden zahlt das Unternehmen darüber hinaus eine Prämie von 100 Euro. Das gelte aber nur für tatsächliche Neukunden, betonte Bunse – die Prämie gibt es also nicht für jene Altenaer, die nach vorübergehenden „Ausflügen“ zu anderen Anbietern wieder zu den Stadtwerken zurückkehren.

Kunden werden schriftlich informiert

„Ich bin gespannt, wie die Altenaer auf unsere neuen Angebote reagieren werden“, sagte Bunse gestern bei der Vorstellung der Tarife. Alle Stadtwerkekunden werden in den nächsten Tagen schriftlich über die Tarifänderungen informiert und können sich darüber hinaus im Kundenbüro am Markaner beraten lassen. Außerdem ist das Unternehmen dabei, seine Homepage komplett zu überarbeiten – ab Ende nächster Woche werde der Verbraucher im Internet sehr viel mehr Informationen finden, der Service werde deutlich verbessert, verspricht Roder.

Apropos Internet: Natürlich wissen Bunse und Roder, dass viele Stadtwerke-Kunden verivox und andere Online-Tarifrechner nutzen und dort auf Anbieter stoßen, die den Preis der Stadtwerke unterbieten. Mit der jetzt angekündigten Preiserhöhung verringere sich der Abstand zu den besonders preiswerten Anbietern wie Goldgas oder TelDaFax, sagen sie. Außerdem bleibe abzuwarten, ob die anderen Anbieter halten oder (wie die Großanbieter RWE und eon) zu Beginn der Jahresrechnung ihre Preise erhöhen.

Viel Wert legt das Unternehmen darauf, seinen Bezug zur Burgstadt herauszustellen. Das wird jetzt auch nach außen sichtbar: Der Stadtwerke-Slogan „Wir sind da“ wird durch „Für Altena“ ergänzt. Die Öffentlichkeitsarbeit werde intensiviert und die Effizienz des Sponsorings verbessert, kündigte Bunse gestern an. ▪ ben.-

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