Stadtwerke und ABG finanzieren Sonnensegel-Bau

Über vier Meter hoch, Grundfläche fünf mal acht Meter – das sind die Ausmaße der Metallkonstruktionen auf den beiden Lenneterrassen. Sie nehmen im Sommer Sonnensegel auf. - Fotos: Bender

Altena - Das Aussehen der Lennepromenade ändert sich erheblich: Am Donnerstag, 26. Februar, begannen Mitarbeiter eines Unternehmens aus Olpe damit, auf den Terrasse gut vier Meter hohe Gerüste aus massiven Stahlrohren zu errichten. Sie sollen im Sommer zwei etwa 40 Quadratmeter große Sonnensegel tragen.

Von Thomas Bender

Bisher schützten die Pächter der Terrassen ihre Gäste mit Partyzelten und Pavillons vor Sonne und Regen. Das habe ein uneinheitliches Bild ergeben und sei deshalb keine gute Lösung gewesen, sagte Tanja Jäker. Sie leitet seit Jahresanfang das städtische Immobilienmanagement und ist deshalb auch für die Lenneterrassen zuständig. Etwa zwei Jahre lang sei nach einer besseren Lösung gesucht worden, berichtet sie.

Entwickelt wurde sie schließlich von Magnus Benkhofer. Der Diplom-Ingenieur ist Mitarbeiter der Baugesellschaft, die als Sponsor auftritt und die Hälfte der Kosten trägt. Zweiter Geldgeber sind die Stadtwerke Altena. Die beiden Unternehmen sind auch Bauherren – die Sonnensegel bleiben also in ihrem Besitz, sie überlassen sie kostenfrei der Stadt beziehungsweise den beiden Wirten, die die Terrassen nutzen. Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Bunse und Baugesellschafts-Vorstand Joachim Effertz gaben die Gesamtkosten gestern mit 30 000 Euro an. Die beiden Unternehmen werden die Sonnensegel als Werbefläche nutzen.

Wer soll das bezahlen? Dieser Teil des Uralt-Karnevalsschlagers ist damit beantwortet. Aber wer hat es bestellt? Eine Beschlussfassung des Stadtentwicklungsausschusses zu diesem Thema gibt es nicht. Er hat seit der Kommunalwahl im Mai vergangenen Jahres ganze zwei Mal getagt, zumindest im öffentlichen Teil waren die Sonnensegel nie ein Thema. Auch in den Protokollen der öffentlichen Ratssitzungen taucht das Wort Sonnensegel nicht auf. Die Politik sei aber informiert worden, versicherte Bunse gestern. Außerdem habe der Verwaltungsvorstand – also die führenden Mitarbeiter der Stadtverwaltung – das Vorhaben abgesegnet. Bürgermeister Dr. Hollstein konkretisierte Bunses Angaben später: Dem Stadtparlament sei in zwei nicht öffentlichen Sitzungen über das Vorhaben berichtet worden.

Für Verlegenheit sorgte bei der Präsentation der Bauwerke am Donnerstag, 26. Februar, die Frage nach einer Baugenehmigung – es gibt nämlich noch keine. Erst am Freitag, 20. Februar, seien die letzten erforderlichen Unterlagen eingereicht worden, erklärte Roland Balkenhol auf Anfrage. Damit könne über den Bauantrag jetzt kurzfristig entschieden werden. Er habe aber eine Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn erteilt, was ein übliches Verfahren sei. Damit sei es völlig legal, dass jetzt schon mit dem Bau begonnen werde.

Am Donnerstag noch wurde ausgemessen, wie groß die Segel sein müssen, die als Dach in die Konstruktion eingehängt werden – es handelt sich um jeweils zwei Dreiecke von rund acht Metern Länge, die vor dem Winter abgenommen werden. Sie werden jetzt bei einem Segelmacher in Auftrag gegeben und noch vor Ostern eingehängt sein.

Einen Kommentar zu diesem Thema lesen Sie im Altenaer Kreisblatt von Freitag, 27. Februar 2015.

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