Stadtsportverband lehnt Vereins-Alleingang ab

von Thomas Bender - ALTENA - „Erschrocken“ habe er sich Montag beim Zeitunglesen, bekannte gestern Günter Kauert – der Vorsitzende des Stadtsportverbandes findet es „höchst unglücklich“, dass der Rahmeder Turnverein (RTV) im Alleingang das Thema Nutzungsgebühren für kommunale Sportstätten angepackt und die Einführung derselben empfohlen hat. Ein langjähriger Konsens zwischen Sport und Politik sei damit gebrochen worden.

Energisch widersprach Kauert dem RTV-Vorsitzenden Karl Heinz Thurm, der sich am Montagabend über mangelnde Unterstützung seitens des Stadtsportverbandes beklagt hatte. Der Verein wisse seit Monaten, dass er als Mittler zwischen Stadt und Verein zur Verfügung stehe, sagte Kauert. Er sei aber vom RTV „nicht ein einziges Mal“ kontaktiert worden.

Kauert vermutet hinter dem Vorgehen des RTV eine Trotzreaktion – der Vorstand habe offenbar keine andere Chance gesehen, als der Stadt von sich aus eine Bezahlung für die Nutzung der Turnhalle Zum Hohle anzubieten und dann gemeint, dass dann alle Vereine zahlen sollten. Es sei bedauerlich, dass nicht nach Alternativen gesucht worden sei, etwa durch das Ausweichen in andere Hallen. Das sei „sicherlich nicht einfach, grundsätzlich aber möglich“.

Bei der Vorstellung eines „Gutachtens“ zur Zukunft der Turnhalle Zum Hohle hatte Ralf Ziomkoski am Montagabend ein düsteres Bild der Altenaer Schullandschaft gezeichnet und unter anderem prophezeit, das die Bildung der Verbundschule für Dahle/Evingsen der Anfang vom Ende für eine der dortigen Schulen sei und damit auch die Schließung einer weiteren Halle drohe. Bürgermeister Dr. Hollstein konterte mit dem Hinweis, dass in der Dahler Turnhalle kürzlich erst die Heizung erneuert worden sei, jetzt stehe die Renovierung der Evingser Halle an. Alle Prognosen über die Veränderung der Schullandschaft seien im Moment reine Spekulation, sagte er auch mit Hinweis auf die Probleme bei der Regierungsbildung auf Landesebene.

Hollstein bekräftigte die grundsätzliche Bereitschaft der Stadt, dem RTV gegen Bezahlung die weitere Nutzung der Turnhalle Zum Hohle zu gestatteten. Es müssten aber noch Details erörtert werden. Grundsätzlich strebe die Stadt den Verkauf der Immobilie an, wolle anschließend aber Mieter der von der Feuerwehrlöschgruppe genutzten Räume im Erdgeschoss sein.

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