Zwei Häuser am Schwarzenstein sollen fallen

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Mitarbeiter der Hagener Gesellschaft für Verkehrstechnik installieren am Freitagmittag die Baustellenampel. ▪

ALTENA ▪ Erst machte eine verfallende Immobilie ein einspuriges Nadelöhr auf der B236 am Schwarzenstein erforderlich, jetzt sind es Vorarbeiten für eine neue Hangsicherung, die die Engstelle auf gewaltige 630 Meter Länge ausdehnen. Die Verkehrssituation auf der vielbefahrenen Hauptverbindungsstraße zwischen Altena und Werdohl wird dadurch nicht besser.

Im Auftrag des Landesbetriebes Straßen NRW soll eine Hangsicherung am Felsen gegenüber der Winkelsener Brücke erneuert werden – im Sommer. Jedoch muss dort schon jetzt ein Forstbetrieb tätig werden, um Bäume und Büsche zu beseitigen. Zweifellos keine sehr glückliche Konstellation.

Das Durchforsten und teilweise Abräumen des Hangs könne aber nicht verschoben werden, berichtete am Freitag Michael Overmeyer, Sprecher von Straßen NRW. Grund sind die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes: Danach ist es in erster Linie aus Vogelschutzgründen grundsätzlich verboten, Bäume, Hecken und Gebüsche in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzusägen oder „auf den Stock“ zu setzen. Ausgenommen sind nur Waldflächen und private Gärten.

Dass die Arbeiten an der B236 trotzdem bis voraussichtlich zum 11. März dauern werden, hat seinen Grund in einer Ausnahmegenehmigung, die die Untere Landschaftsbehörde (Kreis) dafür erteilt hat. Im Gebiet des Märkischen Kreises seien solche Genehmigungen aus klimatischen Gründen in der Regel zu bekommen, berichtet Overmeyer. Die Vogelbrut setze hier nämlich oft erst Mitte März ein.

Mitarbeiter der Märkischen Verkehrsgesellschaft waren am Freitag dabei, die Bushaltestellen Winkelsener Brücke und Schwarzenstein zu verlegen, denn beide befinden sich mitten im so genannten „Baufeld“.

Die Häuser Werdohler Straße 55 und 60, das wurde am Freitag bekannt, stehen jetzt auf der Abschussliste. Zwar müsse die Bauaufsicht nun Fristen einhalten sowie Anhörungen und Ausschreibungen vornehmen, erklärte Stadtplaner Roland Balkenhol, doch eines sei klar: „Dieser Zustand muss so schnell wie möglich beendet werden. Das Ganze hat hier höchste Priorität.“ ▪ Von Thomas Keim

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