Es geht um Schmerzensgeld

Jubiläum mit Feuerwerk: Besucherin verklagt Stadt im MK

Feuerwerk am Himmel.
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Das Feuerwerk zum Stadtjubiläum zog einen Streit vor Gericht nach sich.

Mit einem Feuerwerk feierte eine Stadt im MK Jubiläum. Das hatte ein Nachspiel vor Gericht. Eine Besucherin verklagte die Stadt, weil sie bei der Veranstaltung verletzt wurde.

Ein großes Feuerwerk schloss am 9. September 2017 das Stadtfest zum 650-jährigen Jubiläum der Stadt Altena ab. Das Nachspiel hat das Landgericht Hagen noch dreieinhalb Jahre später beschäftigt. Denn eine Besucherin der Jubiläumsfeier verklagte die Stadt wegen einer angeblichen Verletzung ihres linken Auges durch ein umher fliegendes Teilchen aus einem Feuerwerkskörper.

Ihre Forderung: 4000 Euro Schmerzensgeld plus Zinsen. Die Stadt sei ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht ausreichend nachgekommen und habe nicht für den nötigen Sicherheitsabstand gesorgt. Mindestens 50 Meter Entfernung zwischen dem Publikum und dem Abschussbereich des Feuerwerks wären nötig gewesen. Der Wind sei an jenem Abend zu stark gewesen, der Abstand hätte entsprechend ausgestaltet werden müssen.

Eine Frage von Wind und Abstand

Die Stadt hielt dagegen: Alle Sicherheitsmaßnahmen einschließlich des Sicherheitsabstandes seien vom beauftragten Veranstalter eingehalten worden. Allein die Entfernung zum gegenüberliegenden Ufer der Lenne habe schon 37 bis 40 Meter betragen. Der Wind sei an jenem Abend auch nicht – wie von der Klägerin behauptet – stark gewesen, sondern mit 11 bis 13 Stundenkilometern eher leicht.

Die Stadt bestritt vor diesem Hintergrund eine mögliche Verantwortung für die Verletzung. Sie sah sich in dieser Position auch dadurch bestärkt, dass sich an jenem Abend niemand mit einer Verletzung beim Sanitätsdienst gemeldet hatte. Eine alternative Erklärung der Verteidigung für die Verletzung: Möglicherweise sei diese durch Flugasche aus einer Zigarette zustande gekommen. Blieb die zentrale Frage: Wer war verantwortlich für mögliche Verletzungsfolgen durch das Feuerwerk?

Stadt und Besucherin einigen sich auf Vergleich

Die Stadt hatte für das Feuerwerk einen professionellen Veranstalter eingekauft. Bei berechtigten Ansprüchen der Klägerin hätte sie klären lassen können, ob sie ihrerseits Ansprüche gegenüber dem Feuerwerk-Veranstalter hat.

Doch so weit wird es nicht kommen. Die Parteien hätten sich auf einen Vergleich geeinigt, erklärte der Vorsitzende Richter Jürgen Wrenger zum Abschluss des Zivilverfahrens im Landgericht ohne Summen und Details zu nennen. Der Termin zur Verkündung eines Urteils wurde deshalb aufgehoben.

Verletzungen gut abgeheilt

Ein vorangegangener Vergleichsvorschlag der Richter soll erheblich unter der Forderung der Klägerin gelegen haben. Zur Höhe der möglichen Zahlung an die Geschädigte konnte Altenas Bürgermeister Uwe Kober (CDU) auf Nachfrage nichts sagen: Die Einigung mit der Klägerin sei nunmehr Sache der kommunalen Versicherung der Stadt.

Für das Auge der Klägerin ging die Geschichte glimpflich aus: „Mit meinem Auge ist alles wieder in Ordnung“, erklärte sie auf Nachfrage der Zivilkammer.

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