Stadtgalerie Altena steht vor dem Aus

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Ein malerischer Anblick, aber in der Stadtgalerie gehen bald die Lichter aus.

Altena - Vor eineinhalb Jahren, im Januar 2013, wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert. Jetzt sieht alles danach aus, dass es keinen weiteren „Geburtstag“ geben wird. Der Förderverein Stadtgalerie steuert auf ein geordnetes Ende zu.

Von Thomas Keim

Den Mietvertrag für die Räume im Untergeschoss des Hauses Köster-Emden hat der Verein gegenüber der Stadt Altena jetzt gekündigt. Das bestätigt Vorsitzender Joachim Schaumann dem AK. Dazu sei ein entsprechender Vorstandsbeschluss gefasst worden. Wegen rechtlicher Fristen habe das jetzt geschehen müssen, damit der Mietvertrag zum Ende des Jahres ordnungsgemäß ausläuft.

Schon im Februar dieses Jahres war bei der Mitgliederversammlung deutlich geworden, dass es „fünf vor Zwölf“ ist: Einnahmen von knapp 4000 Euro standen im Jahr 2013 Ausgaben von fast 7000 Euro gegenüber – der Kassenbestand war dadurch auf nur noch knapp 7000 Euro gefallen.

Für das Jahr 2014 erwartete der Verein ein Defizit in ähnlicher Höhe, das wieder nur durch einen Griff in die Rücklagen ausgeglichen werden kann. Da weder ein Zuwachs bei den Mitgliedern noch große Spenden von Sponsoren oder öffentliche Gelder zu erwarten sind, bleibe nur die geordnete Auflösung des Vereins. Es müsse verhindert werden, dass man Schulden mache. Schon im Februar hatte Joachim Schaumann einen geordneten Rückzug in Form einer „Liquidierung“ des Vereins empfohlen: „Ich werde nicht zulassen, dass wir in die Insolvenz rutschen“, sagte der Jurist damals.

Zwar verfasste er noch ein langes Schreiben an die Mitglieder und appellierte darin, weitere Ideen, neue Mitglieder oder Sponsoren zu mobilisieren – aber die Resonanz war mehr als dürftig. „Es gab daraufhin eher spontane Austritte“, berichtet Schaumann. Nun laufe es also darauf hinaus, dass er eine weitere Mitgliederversammlung einberufen müsse. Auf deren Tagesordnung werde dann ein Beschluss über die Auflösung des Vereins stehen. Der Zweck des Vereins, insbesondere die Aufrechterhaltung des Galeriebetriebes, sei weggefallen.

Bei der Gründung des Fördervereins im November 2002 hatte Joachim Schaumann mit am Tisch gesessen; er war auch etliche Jahre dessen Vorsitzender. „Es war eine schöne Zeit“, blickt Schaumann zurück und erinnert sich an besonders gelungene Ausstellungen wie die über Josef Hegemann im Jahr 2006. „Das war ein großer Erfolg.“ Jetzt aber sei leider absehbar: „Der Kunstbetrieb wird ärmer werden in der Stadt.“

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