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Stadtführerin wirft die Brocken hin

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Von: Thomas Bender

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Stadtführung Altena
Sigrid Hohmann (l.) bei einer Stadtführung „von Burg zu Burg“. © Koll, Michael

Sigrid Hohmann ist nicht gut zu sprechen auf die Stadtverwaltung, insbesondere nicht auf diejenigen, die dort für die Stadtführungen zuständig sind. Deshalb zieht sie jetzt die Reißleine: Am Sonntag, 23. Oktober, wird sie zum letzten Mal in offizieller Mission tätig sein, diesmal mit der Themenführung, die sich mit Schauplätzen des Prange-Romans „Unsere wunderbaren Jahre“ beschäftigt.

Altena - Hohmann ärgert sich darüber, dass städtischerseits wenig bis gar keine Werbung für die Führungen gemacht werde, wie sie meint: „Die Flyer liegen da, wo keiner hinkommt, aber nicht im Burgaufzug und auch nicht in der Jugendherberge“, moniert sie. Oft habe sie die Werbung selbst verteilt und sich auch darum gekümmert, dass im AK auf die Führungen hingewiesen wurde, berichtet Hohmann. Tut sie es nicht, ist das Ergebnis: „Für eine der letzten Führungen haben sich bei der Stadt gerade mal zwei Leute angemeldet. Als ich dann dafür getrommelt habe, waren wir immerhin zu neunt.“

Wenn das so weitergeht, wird es in Altena bald keine Stadtführungen mehr geben

Sigrid Hohmann

Ein weiteres Ärgernis ist die Bezahlung: Die Stadtführer geben ihre Einnahmen bei der Stadt ab, erhalten aber im Gegenzug eine kleine Aufwandsentschädigung. Immer wieder habe sie in der Vergangenheit hinter dem Geld herlaufen müssen, klagt Hohmann und berichtet, dass auch andere Stadtführer unzufrieden seien: „Wenn das so weitergeht, wird es in Altena bald keine Stadtführungen mehr geben.“

„Schade, dass sie nicht mal das Gespräch mit mir gesucht hat“, sagte Bürgermeister Uwe Kober (CDU), als er von Sigrid Hohmanns Rückzug erfuhr. Der Tourismus genieße bei der Stadt nach wie vor einen hohen Stellenwert, dazu gehörten natürlich auch die Stadtführungen.

Tourismusförderung wird neu aufgestellt

Im Moment sei aber gerade auf diesem Gebiet vieles im Umbruch, erklärte Kober und erinnerte daran, dass die Bereiche Tourismus, Kultur und Stadtmarketing gebündelt und bei Melanie Jens angesiedelt worden seien. Allerdings fehle es auch hier an Personal, unter anderem, weil eine Mitarbeiterin im Mutterschutz ist. Dafür soll in Kürze die vakante Stelle für die Betriebsleitung des Burgaufzugs ausgeschrieben werden – und zwar mit einer höheren Stundenzahl als bisher. Es werde außerdem eine engere Zusammenarbeit mit dem Märkischen Kreis angestrebt, unter anderem, um Termine abzustimmen und Veranstaltungen miteinander zu verzahnen, sagte Kober.

Standortsuche

Ein weiteres Ziel sei es, die Touristeninformation endlich wieder dauerhaft zu besetzen, erklärte der Bürgermeister, der den bisherigen Standort in der Freiheit 26 aber für alles andere als optimal hält. Er strebe eine deutlich zentralere Unterbringung an, sagte er. Erste Überlegungen gingen in Richtung des sogenannten „Kutscherhäuschens“ am Park der Burg Holtzbrinck. Das herzurichten sei aber mit einem zu hohen finanziellen Aufwand verbunden. Deswegen werde jetzt weiter gesucht.

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