Stadtchronist hört auf - aus diesem Grund

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Täglich liest Gerd Klimpel das Altenaer Kreisblatt für seine Aufgabe als Stadtchronist.

Altena – Seit 2015 arbeitet Gerd Klimpel als Stadtchronist - und das aus voller Leidenschaft. Doch nun gibt er das Amt ab. 

„Man muss schon ein bisschen aufpassen, dass man sich nicht verzettelt.“ Gerd Klimpel nimmt seine Aufgabe als Stadtchronist ernst. Es gelte, die Übersicht zu bewahren und auch die Spreu vom Weizen zu trennen: „Die Chronik muss vollständig sein, die Tatsachen neutral dargestellt werden“, beschreibt Klimpel seine Anforderungen an sich selbst. 

Die Themen einer solchen Jahreschronik sind vielfältig: allgemeines Geschehen, Brände, Stadtentwicklung, Schulwesen, Wirtschaft, Handel, Gewerbe und Gastronomie oder Schulen und große Veranstaltungen. Was die Altenaer bewegt und interessiert hat, „das soll sich in der Chronik wiederfinden“, meint Klimpel. Auch besondere Geburtstage, Jubiläen und Todestage gehören dazu. 

"Man muss Bezug zur Stadt haben"

Die erste Chronik, die Klimpel unter seine Fittiche nahm, bildete das Jahr 2013 ab. Daran hat er im Jahr 2015 gearbeitet. Die Bände für die Jahre 2016 bis 2019 entstanden und entstehen durchgehend in seiner Hand, denn an der Daten- und Faktensammlung für das vergangene Jahr schreibt er in diesen Tagen noch. „Man muss einen Bezug haben zu dieser Stadt, man muss sich mit ihr identifizieren“, sagt Klimpel. 

Das kann er von sich mit Fug und Recht sagen: Der Stadt- und Museumsführer, Jahrgang 1953, ist zwar in Plettenberg aufgewachsen, lebt aber seit 1976, also seit 44 Jahren, in Altena und ist bekennender Sauerländer sowie Heimat- und Ahnenforscher. Er hat die auch die Internetseite „Klimpelsjunge“ aufgebaut und für diese Beiträge rund um die Altenaer Geschichte verfasst. „Ich kann behaupten, dass ich mittlerweile ein echter Netter Junge bin“, sagt Klimpel. 

Zeit fehlt für intensive Aufgabe

Zu seiner Tätigkeit als Stadtchronist kam Gerd Klimpel durch eine seiner Vorgängerinnen im Amt, Stadtarchivarin Monika Biroth. Sie rief ihn an und fragte, ob er interessiert sei an der Aufgabe. Er war. Jetzt aber sei es aber an der Zeit, die Arbeit in andere Hände zu legen. Durch einen Pflegefall in der Familien fehlt ihm die Zeit. 

Die Stunden, bis eine Chronik fertig ist, hat Gerd Klimpel nie gezählt. „Aber so etwa eine bis eineinhalb Stunden pro Tag sind schon notwendig“, sagt er. „Das geht nicht zwischen einer Tasse Kaffee und einer Zigarette.“ Man müsse ja auch die Zusammenhänge und den Kontext im Blick behalten. 

AK-Lektüre ist Pflicht

Das tägliche Studium des Altenaer Kreisblatts hat für ihn immer dazu gehört und bildete ein wichtiges Nachrichten- und Informationsgerüst. Auch das Internet ist natürlich eine gute Informationsquelle. Nicht immer fließen die Informationen wie gewünscht. „Manchen Sachen muss ich auch hinterhertelefonieren.“ 

Manchmal hat er seine Informationen in Abwechslung zur täglichen Lektüre aber auch über einige Tage und Wochen gesammelt und dann am Stück verarbeitet. Was Gerd Klimpel neu einführte, war eine eigene Rubrik in den Chroniken, die sich mit dem Geschehen in der Stadt vor 100 oder 200 Jahren beschäftigte. 

Es sei eben gut, auch im zeitlichen Rahmen über den Tellerrand zu blicken, sagt er. Das gelte auch für die Zukunft. Die Chroniken, die Gerd Klimpel verfasst hat, „werden vielleicht erst in zehn oder 20 Jahren für einige Leser interessant. Was im vergangenen Jahr war, das weiß man doch.“

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